Mit ihrem alkoholischen Eis wollte Suckit überzeugen. Die Löwen fanden: Tolle Gründer, ein vielversprechendes Produkt. Warum trotzdem niemand investierte.

Selten hatte man die Löwen so einig gesehen: Alle fünf waren voll des Lobes für die Gründer und deren Unternehmergeist, deren Produkt konnte sie jedoch nicht überzeugen. Zwar sei Suckit eine Idee, mit der man sehr gut verdienen könne. In Alkohol wollte dann doch keiner der Löwen investieren – aus Überzeugung, wie die Juroren behaupteten.

Gründer Philipp Maximilian Scharpenack erzählt im Interview, wie er diese Entscheidung der Löwen erlebt hat – und wieso ihn solch eine Niederlage nur noch mehr anspornt.

Herr Scharpenack, Sie wollten schon als Kind Unternehmer werden, wanderten mit 20 Jahren nach China aus und mussten dort ihren ersten Misserfolg in Sachen Gründung verbuchen – was genau ist passiert?
Nach meinem Abitur unterrichtete ich Englisch an einer Universität in Shanghai. Die Hochschule verlangte einen bestimmten Dresscode, deshalb trug ich immer Anzug. Eines Tages kam einer meiner Schüler zu mir und kritisierte mein – wie ich dachte – perfekt sitzendes Sakko, auf das ich ziemlich stolz war. Er lud mich zu sich nach Hause ein, wo seine Mutter, die Schneiderin war, mir für 45 Euro den ersten maßgeschneiderten Anzug meines Lebens nähte. Aus diesem Erlebnis machte ich eine Geschäftsidee. Zusammen mit einem Freund aus Deutschland, der ebenfalls gerade Abitur gemacht hatte, gründete ich ein Start-up, das den Kunden ihre Anzüge auf den Leib nähte. Das “Made to measure-Prinzip” war damals in Deutschland noch kein Begriff und so liefen die ersten Monate sehr gut. Irgendwann wollten wir mit unseren Anzügen den Sprung in den Handel wagen und sie bei etablierten Herrenmodeketten verkaufen. Diese Idee ging allerdings nicht auf, denn die Zufriedenheit der Kunden war nicht so hoch wie erwartet. Wir gaben darum das Geschäft auf – eine klassische Niederlage also.

Was hat Sie dieses Erlebnis gelehrt?
Wir waren vollkommen planlos gestartet, das Ganze war “Learning by doing“. Rückblickend ist es kein Wunder, dass das Geschäft am Ende nicht so funktionierte, wie wir es uns vorgestellt hatten. Wichtiger aber war, dass mich die Niederlage in meinem Gründungswillen kein bisschen gebremst oder demotiviert hat, nach dem Motto ´Fehler sind nur dumm, wenn man sie zwei Mal macht´. Ich ging zurück nach Deutschland und habe hier im Laufe der Jahre noch weitere Start-ups gegründet, unter anderem einen Online-Versandhandel für Pralinen und eine Vermietungsplattform für Studentenwohnungen. Außerdem habe ich Kontakt zu erfolgreichen Geschäftsleuten aufgenommen und sie um Tipps und Tricks gebeten. Das ist etwas, das ich gelernt habe: Ich arbeite nur noch mit Leuten zusammen, die besser sind als ich.

Und nun also Suckit – wie kamen Sie auf die Idee, ein Wassereis mit Alkoholgeschmack auf den Markt  zu bringen?
Ich war tatsächlich schon immer ein Wassereisfan und trinke auch gerne hin und wieder einen Longdrink. Eines Tages habe ich mich gefragt, warum es eigentlich kein Eis mit Alkohol gibt. Bei einem Treffen mit meinen beiden heutigen Partnern habe ich das Thema angesprochen und an diesem Tag wurde die Idee zu Suckit geboren. Nur kurz darauf haben wir 250.000 Stück produzieren lassen, ohne überhaupt einen Abnehmer zu haben. Ich bin generell kein typischer Gründer-Stratege, ich zögere nie lange bis ich eine Idee umsetze, weil ich davon überzeugt bin, dass man sowieso nicht alles planen kann.