Schlimmer noch: Im politischen Tagesgeschäft gilt es vielmehr zu verhindern, dass Start-ups immer neue Steine in den Weg gerollt werden. Anti-Angel-Gesetz, Kleinanlegerschutzgesetz oder Anti-Exit-Gesetz sind nur drei Themen, mit denen sich die Start-up-Szene in den letzten Jahren herumschlagen musste.

Und jetzt droht kompletter Stillstand. Denn in drei Wochen beginnt nicht nur die CeBIT, es wird auch in drei Bundesländern ein neuer Landtag gewählt. Es drohen Verwerfungen im Parteiensystem und es gehört nicht viel Fantasie dazu sich vorzustellen, dass danach 18 Monate Wahlkampf die Bundespolitik bestimmen. Dazu kommt eine politische Stimmung, die sich im Erstarken von hasserfüllten und populistischen Positionen und Parteien zeigt. Eine Stimmung, die zu Übergriffen und Gewalt führt, die Fremdenhass wieder salon- und talkshowfähig macht. Wahrlich keine guten Nachrichten – und ganz besonders nicht für die Start-up-Szene. Startups sind darauf angewiesen, die besten Talente nach Deutschland zu holen.

Sie sind geprägt von bunt gemischten Teams, von Mitarbeitern verschiedener Nationalitäten, von der Vernetzung mit anderen Start-up-Hotspots rund um den Globus. Start-ups können im national eingezäunten Kleingarten nicht gedeihen. Und einige der erfolgreichsten Start-ups in Berlin, München und Hamburg wurden von Menschen gegründet, die nicht hier geboren oder aufgewachsen sind. Sie sind nach Deutschland gekommen, weil dieses Land großartige Möglichkeiten bietet. Sie sind auch gekommen, weil sie unsere offene Gesellschaft schätzen und weil sie sich hier wohl fühlen. Würden sie nicht mehr nach Deutschland kommen, dann wäre das ein schmerzlicher Verlust – nicht nur für die Start-up-Szene und unsere Wirtschaft, sondern für unsere gesamte Gesellschaft. Das wäre dann der schlimmstmögliche Stillstand.