Eine aktuelle Studie zeigt, dass das Werben um Mitarbeiter zur wichtigsten Herausforderung wird. Beim Werben um Start-ups sticht NRW die Hauptstadt aus.

56 Wochenstunden – und doch eine überdurchschnittliche Zufriedenheit: Dieses Fazit ziehen deutsche Start-up-Gründer über ihren beruflichen Alltag. Das zeigen Ergebnisse des heute veröffentlichten Start-up-Monitors, den die Interessensvertretung Bundesverband Deutsche Startups (Startup-Verband) und die Beratungsgesellschaft KMPG heute in Berlin vorgestellt haben (hier geht es zum PDF des Dokuments).

Die Untersuchung basiert auf Rückmeldungen von über 1500 Gründern in Deutschland. Die sind in sehr unterschiedlichen Unternehmen tätig: Während etwa jedes fünfte Start-up noch unter 25.000 Euro Umsatz verbuchen konnte, erlöste jedes dreißigste Start-up mehr als zehn Millionen Euro.

So oder so ist der Hunger nach frischem Kapital groß: Laut Monitor addieren sich die erwarteten Kapitalbedarfe der deutschen Start-ups im Laufe der nächsten zwölf Monate auf über eine Milliarde Euro. Man brauche eine „politische Agenda der Innovation, die eine Verbesserung des Kapitalangebots vorantreibt und die digitale Gründung forciert“, ließ sich Florian Nöll, Vorsitzender des Startup-Verbands zur Veröffentlichung der Studie zitieren.

Weniger Anreize zur Gründung

Denn auch wenn die Aufmerksamkeit für Start-ups medial tendenziell noch zunimmt – was die tatsächliche Zahl der Gründungen angeht, schwanken die Werte je nach genauer Definition sehr. Viele etablierte Unternehmen suchen aktuell Fachkräfte, zudem werden auch intern häufiger Digitalisierungsprojekte aufgesetzt. Das sorgt dafür, dass die Anreize zur Gründung zurückgehen können.

Immerhin: Die durchschnittliche Größe der untersuchten Start-ups steigt im Vergleich zum Vorjahr leicht an: Inklusive der Gründer arbeiten im Schnitt 14,7 Personen in einem Start-up – im Vorjahr waren es noch 13,2 Personen. Weitere 6,5 Stellen wollen die Start-ups im Schnitt im Laufe der nächsten zwölf Monate schaffen.

Das wird jedoch zunehmend schwieriger. Der Kampf um Fachkräfte setzt zudem Start-ups besonders zu: Sie sind gerade in frühen Phasen auf Mitgründer oder Mitarbeiter mit speziellen Kenntnissen in IT, Vertrieb oder Organisation angewiesen. Drei von vier Start-ups geben heute bereits an, Schwierigkeiten beim Recruiting von IT-Fachkräften zu haben.

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