Die Studie zeigt auch: Wer einmal gründet, gründet häufig auch ein zweites Mal. Rund 45 Prozent der Befragten gaben an, zuvor bereits ein anderes Unternehmen aufgebaut zu haben. Obwohl jeder dritte Gründer sein vorheriges Start-up aufgeben musste, würden 80 Prozent der Befragten auch nach ihrem jetzigen Unternehmen noch einmal einen Neustart in der Selbstständigkeit wagen.

Vielleicht erklärt sich dieses Ergebnis in der Lebenszufriedenheit der Gründer: Diese liegt mit acht Punkten deutlich höher als bei einem Angestellten, der durchschnittlich nur auf 6,7 Punkte kommt. „Möglicherweise ist das trotz der Möglichkeit des Scheiterns ein Argument, weiterzumachen“, meint Nöll.

Nur 13 Prozent Gründerinnen

Allerdings präsentiert der „Stat-up Monitor“ auch erschreckende Zahlen: Mit 13 Prozent liegt die Zahl der Gründerinnen in Deutschland immer noch sehr niedrig. Zwar liegt der Anteil damit 2,3 Prozent höher als im Vorjahr. Doch auch Florian Nöll gibt zu, dass dieses Ergebnis „nicht zufriedenstellend“ sei.

Auch das Thema Finanzierung bleibt ein Problem in der deutschen Start-up-Szene. Obwohl die befragten Gründer mehr als eine Milliarde Euro an Venture Capital in den vergangenen 2,8 Jahren – dem Durchschnittsalter der Start-ups – eingesammelt haben, geben 45 Prozent die Finanzierung als eine ihrer größten Herausforderungen an. Der Anteil der Unternehmen, die Risikokapital erhielten, ging sogar von 21,4 auf 20 Prozent leicht zurück.

Trotzdem sei Deutschland „aus den Kinderschuhen“ raus, sagte Tim Dümichen, Partner bei der Unternehmensberatung KMPG, und verwies auf eine Untersuchung, nach der die Bundesrepublik England bei der Höhe des Risikokapitals überholt hat. Am meisten Risikokapital geht laut des „Start-up Monitor“ nach Berlin, wo ein Drittel des Geldes hinfließt.