Die Gründer von Lizza waren erst vor ein paar Wochen in der „Höhle der Löwen“. Die Produktion hat sich seitdem vervielfacht, die Lieferung aber dauert.

Früher brachten sie die Pizzen mit dem Fahrrad eigenhändig zur Post, heute kommen LKWs und holen die Packungen ab. Marc Schlegel und Matthias Kramer haben mit Lizza eine glutenfreie und vegane Pizza entwickelt, die dafür aber reich an Proteinen ist. Denn statt Mehl kommen Lein- und Chiasamen in den Teig.

Die Idee dafür entstand 2015. Damals standen die beiden Gründer mit ihrem Foodtruck auf kleinen Märkten und verkauften die Pizza in ihrem Online-Shop. Noch im vergangenen Februar standen sie jeden Tag selbst in der kleinen Produktion und kümmerten sich um Teig, Homepage, Buchhaltung, Marketing und Kundensupport. Damals produzierte Lizza 300 Pizzen am Tag. Dann kam die „Höhle der Löwen“ – und mit ihr ein Investment von Frank Thelen und Carsten Maschmeyer.

„Was nun passiert ist, löst täglich Gänsehaut und Jubel bei uns aus“, sagt Schlegel. Denn mittlerweile ist aus dem Zwei-Mann-Betrieb ein Unternehmen mit knapp 30 Mitarbeitern geworden, die im Dreischicht-Betrieb mehr als 10.000 Packungen pro Tag anfertigen. „Wir sind deutschlandweit in immer mehr Supermarktregalen zu finden und feilen bereits fleißig an Expansionsplänen“, sagt der Gründer. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass beide Investoren weiterhin an Bord und jederzeit erreichbar sind.

Whatsapp von Maschmeyer

So hielt etwa die Webseite dem Besucheransturm von 20.000 Bestellungen in kürzester Zeit stand. „Innerhalb weniger Wochen haben wir zudem gemeinsam Hunderte von Supermarktlistungen erreicht“, sagt Schlegel. „Carsten Maschmeyer lässt uns von seinen Kommunikationsprofis coachen und vernetzt uns mit wertvollen Kontakten. Es ist spürbar, dass er mit uns mitdenkt, da er ständig Ideen hat und uns diese per Anruf, Whatsapp oder eMail übermittelt.“

Der Alltag der beiden Gründer hat sich seit dem Auftritt in der Höhle der Löwen geändert: 14 Stunden stecken Marc Schlegel und Matthias Krame täglich ins Start-up, am Wochenende ist es etwas weniger. „Längerfristig möchten wir das Wochenende tabu werden lassen, was bei der aktuellen Last aber noch nicht möglich ist“, sagt Schlegel.

Künftig wollen sie weitere Teigprodukte entwickeln, derzeit verkaufen sie lediglich sechs Pakete in unterschiedlichen Größen. Allerdings kämpft der Online-Shop noch immer mit der Last der Bestellungen: Die Lieferzeit in Deutschland beträgt derzeit bis zu drei Wochen.