Hanf kann Schmerzen lindern – das hat auch die Bundesregierung erkannt und Hanf auf Rezept erlaubt. Die Gründer von Hanfpassion wittern ihre Chance.

Von Jule Zentek

Für manche ist Hanf nur eine Droge, für viele Kranke ein wichtiges Medikament. Doch wer aus medizinischen Gründen Hanf braucht, hat gerade in Deutschland Schwierigkeiten: Der Anbau ist verboten und die vorhandenen Mengen zu gering – Hanfpassion will das ändern.

Hinter dem Unternehmen stecken Oskar Kuhl, Geschäftsführer Walter Crispin und Pressesprecher Ricardo Pendon. Gemeinsam wollen sie den Markt um den Medizinalhanf eröffnen. „Das neue Gesetz der Bundesregierung bietet die notwendige Basis“, sagt Pendon. Die Gesetzänderung erlaubt nun Hanf als Medikament auf Rezept.

Hanf zur Schmerzlinderung

Kuhl weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig jene Medikamente sein können: Sein Bruder erkrankte an Krebs und konnte damit seine Schmerzen lindern. Etwa 5.500 Patienten beziehen Hanf bislang offiziell als Medikament. „Wenn ab März das neue Gesetz gilt, wird es dadurch viele neue Patienten geben“, sagt Pendon.

Bereits im Mai 2016 begann das Team an seinem Konzept zu arbeiten. Das Trio will erster deutscher Produzent von Medizinalhanf werden und die Forschung voranbringen. Das Potenzial ihres Unternehmens schätzen sie hoch ein. Rund zehn Prozent Marktanteil seien ein realistisches Ziel.

Da der Anbau in Deutschland jedoch weiterhin illegal ist, baut das Start-up nun zunächst in Österreich an. Dort ist es erlaubt – wenn die Pflanze vor der Blüte geerntet wird. Erst dann bildet sich THC, der rauschbewirkende Bestandteil der Pflanze. Außerdem beziehen sie den Hanf aus Kanada. Für den Import brauchen sie eine Lizenz. Doch das Team ist zuversichtlich, diese in den kommenden Wochen zu erhalten.