Das Umzugs-Start-up Movinga erhält in einer neuen Finanzierungsrunde 17 Millionen Euro. “Die Aufräumarbeiten sind abgeschlossen”, sagt Geschäftsführer Finn Hänsel.

So schnell wie der Umzugsvermittler Movinga aufgestiegen war, so schnell stürzte das Start-up im Sommer ab: Ein Viertel der Mitarbeiter wurde entlassen, auch die Gründer selbst mussten gehen.

Nun gibt es wieder positive Nachrichten: Das Start-up erhält von Investoren 17 Millionen Euro. Eine Zwischenfinanzierung aus dem Sommer in Höhe von sechs Millionen Euro ist Teil der Summe.

Neben Altinvestoren wie Global Founders Capital, Earlybird und STS Ventures haben sich auch Carlo Kölzer, Gründer der Plattform 360t und Gert Purkert, Gründer und Geschäftsführer von Aurelius, neu als Kapitalgeber beteiligt.

Wie nötig war die Geldspritze? „Das ist natürlich eine Entlastung“, sagt Movinga-Geschäftsführer Finn Hänsel. Sie zeige aber vor allem, dass die Investoren wieder Vertrauen in das Unternehmen und seine Führung haben. „Das erfahrene Team hat konsequent die richtigen Lehren aus der Anfangszeit gezogen“, sagt Hendrik Brandis von Earlybird Venture.

Movinga-Chef: „Wir konnten die Burnrate mehr als halbieren“

Das Unternehmen sei zu schnell gewachsen und „dabei lief manches fahrlässig“, sagt Hänsel. „Die Aufräumarbeiten sind jetzt aber abgeschlossen.“ Das Start-up hat sich aus Großbritannien und Italien zurückgezogen und konzentriert sich auf Deutschland und Frankreich.

Zudem wurde die technologische Plattform aufgebaut, um die Buchungen abzuwickeln. Dadurch könne auch der manuelle Aufwand deutlich reduziert werden, denn ein Großteil der Mitarbeiter war für die Kunden- und Auftragsbetreuung zuständig. Trotz der Entlassungen wurden dafür deutlich mehr Entwickler eingestellt. „Vorher lag der Anteil bei fünf Prozent, jetzt sind es fast 20 Prozent“, sagt Hänsel. Die Zahl der Mitarbeiter liegt jetzt bei etwa 200.

Eine weitere Großbaustelle waren die Finanzprozesse. Durch all die Maßnahmen verbrennt Movinga nun deutlich weniger Geld. „Wir konnten die Burnrate mehr als halbieren“, sagt Hänsel. Nun sollen auch die Einnahmen wieder deutlich wachsen. Immerhin wurden über Movinga trotz der Turbulenzen in diesem Jahr Umzugsaufträge im Volumen von 30 Millionen Euro gebucht.

Auch die Qualität soll steigen. Spediteure, die von den Kunden am besten bewertet werden, bekommen die meisten Aufträge. Wer unzuverlässig arbeitet, wird hingegen nicht mehr vermittelt: So hat sich Movinga von mehr als der Hälfte der bisherigen Partner-Spediteure getrennt.