Das Geschäft von Fahrdienst-Apps zieht ständig neue Akteure an, die die Kunden vom Uber-Konzept überzeugen wollen. Auch große Unternehmen investieren.

Das Start-up Door2Door testet in Berlin einen Service, bei dem sich mehrere Fahrgäste per App bestellte Kleinbusse teilen sollen. Der Dienst mit dem Namen „Allygator Shuttle“ werde zunächst nur an Wochenenden im inneren Berliner S-Bahnring verfügbar sein, kündigte Door2Door an. Später solle das Angebot in weiteren Städten starten, auch außerhalb Deutschlands.

Auch der umstrittene Fahrdienst-Vermittler Uber hofft nach dem Widerstand von Behörden und Taxi-Branche in Deutschland auf eine Zukunft mit dem Mitfahr-Dienst Uber Pool, bei dem sich mehrere Passagiere, die in eine Richtung unterwegs sind, einen Wagen teilen sollen.

Daimler investiert in Internet-Limousinenservice

„Wir haben den Wettbewerb der letzten Jahre genau beobachtet und unglaublich viel gelernt“, sagt der Chef und Mitgründer von Door2Door, Maxim Nohroudi. Die Firma wolle auch mit Kommunen und städtischen Verkehrsunternehmen zusammenarbeiten. Die Idee sei, „Allygator Shuttle“ als weltweite Franchise-Marke zu etablieren.

Der Autobauer Daimler baut währenddessen sein Engagement beim Internet-Limousinenservice Blacklane aus. In der bislang größten Finanzierungsrunde des Berliner Start-ups investiert der Konzern einen zweistelligen Millionenbetrag in Blacklane. Damit solle das weltweite Geschäft des professionellen Fahrdienstes vorangetrieben werden, teilten beide
Unternehmen mit.

Die Expansionspläne betreffen vor allem Asien und sowie den Nahen und Mittleren Osten. Das 2011 in Berlin gegründete Start-up bietet derzeit bereits in über 50 Ländern weltweit Fahrdienste zu Festpreisen an.

Als Serviceportal mit rund 200 Mitarbeitern setzt Blacklane keine eigenen Fahrzeuge ein, sondern greift auf ein Netzwerk an lokalen, professionell lizenzierten Fahrdiensten zurück. Die Fahrt wird direkt über die Website oder die Apps gebucht. Die Sparte Daimler Mobility Services hatte sich im Dezember 2013 erstmals mit einem Anteil in zweistelliger Höhe an dem Berliner Start-up beteiligt.

Aufbau von Mobilitätsplattformen

An der neuen Finanzierungsrunde („Serie C“) beteiligen sich auch die bisherigen Investoren RI Digital Ventures, b-to-v und Alstin, erklärte Blacklane. Zu den Details der Transaktion und der neuen finanziellen Bewertung des Unternehmens wurde Stillschweigen vereinbart.

Klaus Entenmann, Vorsitzender von Daimler Financial Services, erklärte, Daimler wolle seinen Kunden „flexible und innovative Mobilität“ bieten. „Unsere Beteiligung am globalen professionellen Fahrdienst Blacklane ist ein wichtiger Teil dieser Strategie.“

In der vergangenen Woche hatte der Konzern angekündigt, zusätzlich zu den 500 Millionen Euro, die Daimler in den vergangenen Jahren bereits in den Aufbau von Mobilitätsplattformen gesteckt habe, auch noch in eine Fusion der Konzern-Tochter Mytaxi mit dem Londoner Taxi-App-Anbieter Hailo zu investieren.

Mit Material der dpa