In beiden Großstädten planen zwei Drittel der Start-ups in der nächsten Zeit Neueinstellungen. Der Optimismus ist besonders im Süden der Republik groß.

Jobsuchende aufgepasst: Im kommenden Jahr wollen Münchener Start-ups ihre Belegschaft im Schnitt um 22 Prozent vergrößern – bundesweit lag dieser Weg in einer aktuellen Umfrage nur bei 16 Prozent Zuwachs in der Belegschaft. Die Sorgen, die neuen Positionen nicht besetzen zu können, sind dabei gering.

Im Bundesschnitt fürchten 29 Prozent der befragten Start-ups, womöglich nicht die richtigen Mitarbeiter zu finden.In München zweifeln dagegen nur 18 Prozent der jungen Unternehmen. „Die Wirtschaftskraft und die hohe Lebensqualität in München ziehen viele gut ausgebildete Menschen an“, sagt Eckhard Späth, Leiter des Münchener Standorts der Beratungsgesellschaft PwC. „Und das kommt nicht nur den etablierten Unternehmen, sondern auch den Start-ups in der Region zugute.“

Viele Fachkräfte für zu viele Start-ups

Die Beratungsgesellschaft hatte vor wenigen Wochen die Ergebnisse ihrer Umfrage unter 450 deutschen Start-ups veröffentlicht. Jetzt haben die Berater noch einmal nachgelegt und dezidierte Untersuchungen für die Standorte Berlin (etwa 75 befragte Start-ups) und München (50 befragte Start-ups) aufgelegt. Und in beiden Städten rechnen jeweils etwa zwei Drittel der Start-ups damit, im kommenden Jahr neue Mitarbeiter einzustellen.

Während die Münchener dabei beruhigt darauf setzen, dass mögliche Mitarbeiter für den neuen Job nach Bayern ziehen, wissen ihre Berliner Kollegen genau, dass die Fachkräfte aktuell in der Hauptstadt sind – aber oft aus vielen Angeboten wählen können. 40 Prozent der Start-ups aus der Haupstadt bewerten das Fachkräfteangebot in Berlin positiv. Bundesweit stimmen da nur 26 Prozent zu.

Das Berliner Image, hip, cool und weltoffen zu sein, wirke, sagt Philipp Medrow, Leiter der PwC-Start-up-Initiative Next Level mit Sitz vor Ort. Doch durch die große Menge an Start-ups sei der Konkurrenzkampf enorm:In Berlin gebe es „wirklich einen tollen Brain-Pool. Allerdings ist das Dilemma, dass eben auch viele Unternehmen darauf zugreifen wollen“, sagt Medrow.