Das Institut ist damit gut positioniert für das kommende Jahr, wenn noch mehr dieser sogenannten „Tech-Einhörner“ den Sprung an die Börse wagen dürften. Was es den Wettbewerbern wie JP Morgan Chase und Goldman Sachs noch schwerer macht, aufzuholen: In den kommenden Wochen wird Morgan Stanley einen der prestigeträchtigsten Deals dieses Jahres begleiten, den Börsengang des Fahrdienstvermittlers Uber. Managing Director Grimes hatte dort eine Nebenbeschäftigung als Fahrer.

Eine Person, die eng mit seinem Team zusammengearbeitet hat, bezeichnete ein derartiges Engagement als Geheimrezept der Gruppe: Grimes und andere Banker seien besessen davon, wie Start-ups und ihre Dienste funktionierten, und nutzten dieses Wissen, um die Führungskräfte des Unternehmens zu beeindrucken. „Er arbeitet hart daran, die Welt durch die Brille seiner Kunden zu sehen und zu verstehen“, sagt Mary Meeker, die bekannte Risikokapitalgeberin, die zuvor als Analystin bei Morgan Stanley gearbeitet hat und Grimes seit mehr als zwei Jahrzehnten kennt.

Kontakte zu Kunden aus der Vermögensverwaltung

Er und seine Kollegen, von denen viele 20 bis 30 Jahre als Banker tätig sind, haben jedoch einen weiteren Pluspunkt, der noch schwerer zu kopieren ist: Die Großbank hilft, jungen Unternehmen Geld an privaten Märkten zu beschaffen, wobei sie häufig die vermögenden Kunden in ihrer 2,5 Milliarden US-Dollar schweren Vermögensverwaltungssparte anzapft. Goldmans vergleichbare Geschäftseinheit hat nur ein Bruchteil dieser Größe. In den ersten neun Monaten des Jahres 2018 erzielte Morgan Stanley mit dem Underwriting von Aktien Erträge in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar, verglichen mit 1,3 Milliarden US-Dollar bei Goldman.

Für 2019 haben sowohl Goldman als auch JP Morgan wichtige Deals in der Pipeline. Die Kommunikationsplattform Slack heuerte Goldman Sachs als führenden Underwriter für einen Börsengang an, der eine Bewertung von mehr als zehn Milliarden US-Dollar erreichen könnte, und der Fahrdienstvermittler Lyft hat JP Morgan gebeten, ihr Debüt zu begleiten. Beide Ernennungen erfolgten nach langen Zeiten der Umwerbung. „Ein wenig hängt die Wahl davon ab, wer einen guten Job beim Umwerben des Unternehmens macht“, sagt Finanzprofessor Jay Ritter. Was aber auch zählt: „wer zuvor Beziehungen aufgebaut hat“.

Material von Bloomberg