Ein spontaner Trip ans Mittelmeer? Das passende Angebot bietet Let’s Yalla: Das Start-up vermittelt günstige Flüge – für den kommenden Tag. Idee und Konzept kommen aus Israel.

Mal eben schnell eine Reise für den nächsten Tag buchen und dazu noch wenig zahlen müssen – diesen Wunsch hegten Ori Hagai und Katharina Seehuber während ihres Studiums. Aus eigener Erfahrung wussten sie: Es mangelt nicht an Spontaneität oder Zeit – sondern meistens am Geld. Das wollten die beiden ändern und gründeten Let’s Yalla.

Mit ihrem Start-up wollen Hagai und Seehuber außerdem ein weiteres Nischenproblem lösen: Fluggesellschaften haben immer wieder mit verfügbaren, aber nicht gebuchten Restplätzen zu kämpfen. Let’s Yalla bietet ab 20 Uhr vergünstigte Flüge für den nachfolgenden Tag an – eine WinWin-Situation für Reisende und Fluganbieter.

Innovation für die deutsche Reiseindustrie

Das Start-up will mit einfacher Technologie und reduziertem Buchungsprozess für frischen Wind in der Reiseindustrie sorgen. Buchungen würden dadurch im Schnitt nur etwa sechs Minuten dauern. Transparenz ist den Gründern dabei wichtig: Der Preis der Flugangebote sei von vorneherein sichtbar und verändere sich nicht mehr.

Seit den ersten Buchungen teilen sich die Kunden in zwei Gruppen: Zum einen wird die App als Reiseportal genutzt. Das treffe vor allem auf Studenten oder Paare in Fernbeziehungen zu. „Für sie bietet Let’s Yalla die Möglichkeit, günstig zu verreisen und freie Zeitfenster ausnutzen zu können“, sagt Hagai. Zum anderen sei die App beliebt als reiner Mobilitätsservice für Geschäftsreisende mit fester Destination.

Im November 2016 endete die Pilotphase, etwa 6000 Android-User hatten die App bis dahin genutzt. Auch die Zahl der Vorabregistrierungen für die iOS-Version habe sich deutlich erhöht. Derzeit arbeiten die Gründer an einer verbesserten Version der App. Diese soll dann bald für beide Betriebssysteme erhältlich sein – ein genaues Datum ist noch nicht bekannt.

Durch die positive Resonanz wollen die Gründer ihr Angebot ausweiten: Nachdem zunächst die Flughäfen Köln/Bonn, Hamburg, Stuttgart und Berlin kooperierten, seien Düsseldorf und München ebenfalls in Aufnahmegesprächen. Von dort aus sollen die Flugziele in ganz Europa angeflogen werden.

Die israelische Start-up Szene ist schneller

Während Let’s Yalla derzeit den deutschen Markt erobert, stammt die ursprüngliche Idee aus Israel: Gründer Ori Hagai hatte schon lange vor Gründung des Start-ups an dem Konzept gearbeitet. Währenddessen machte er Erfahrungen in der Start-up Szene von Tel Aviv – die anders sei als deutsche.

„Das Tempo ist Deutschland ist oft sehr langsam“, sagt Hagai. In Israel gelinge es innerhalb weniger Tage, Meetings mit Kooperationspartnern zu bekommen. Gerade schnelle Kommunikation sei jedoch für die Arbeitskultur der Start-up-Szene wichtig, um innovative Ideen umzusetzen.

Auch die Unterstützung für Gründer aus dem Ausland durch den deutschen Staat sei verbesserungswürdig: Ori Hagai hatte als Selbstständiger große Schwierigkeiten mit einem Visum. „Um den Fachkräftemangel entgegenzuwirken und kreative Köpfe nach Deutschland zu holen, sollten hier einige Bestimmungen überdacht werden“, sagt Hagai.