Mit einem Schnelltest für gefährliche Keime will das Start-up Ansteckungen vermeiden. Business Angels stecken jetzt 1,6 Millionen Euro in das Unternehmen.

Von drei Tagen auf 30 Minuten: Das will das Freiburger Start-up SpinDiag erreichen, In einer halben Stunde sollen Patienten künftig mit dem Test auf Antibiotika-resistente Keime überprüft werden – so wissen Krankenhäuser deutlich schneller als heute Bescheid und können die infizierten Patienten besser isolieren. „Krankenhäusern fehlt ein effizienter Prozess für den Umgang mit Risikopatienten“, sagt Mitgründer Mark Keller.

Drei Business Angels aus Baden-Württemberg wollen das Start-up bei der weiteren Produktentwicklung unterstützen und haben sich kürzlich mit 1,6 Millionen Euro an dem 2016 gegründeten Unternehmen beteiligt. Die Idee zur Unternehmung entstand unter Kollegen des Mikrosystemtechnik-Herstellers Hahn-Schickard.

Die Seedfinanzierung will SpinDiag dafür nutzen, um das System nicht mehr nur im Labor, sondern auch in Krankenhäusern zu testen. „Diese Tests werden nicht nur ein wichtiger Meilenstein für die anschließende Marktzulassung unseres ersten Produkts im Rahmen weiterer Finanzierungsrunden sein, sondern auch unser Potenzial aufzeigen, generell Diagnostik für Infektionskrankheiten an den point of care zu bringen“, sagt Daniel Mark, Mitgründer und Geschäftsführer von SpinDiag. Die Tests sollen dann zu einer Zulassung des Produktes führen.

Langer Atem in der Medizintechnik notwendig

Medizintechnik-Start-ups stehen häufig vor der Herausforderung, viel Geld für Entwicklung, Tests und Zulassungsverfahrungen zu benötigen, bevor das Produkt überhaut verkauft werden darf. Daher meldete ein Report vor wenigen Wochen auch vergleichsweise wenig deutsche Neugründungen in diesem Sektor – bescheinigte aber guten Ideen hervorragende Marktchancen. Weil der Innovationsdruck bei den etablierten Herstellern steige, erhöhten sie ihre Budgets für Beteiligungen an Start-ups.

Bis der neue Schnelltest von SpinDiag tatsächlich auf den Markt kommt, kann noch einige Zeit vergehen, bestätigte Gründer Mark gegenüber dem Handelsblatt – aktuell peilt das siebenköpfige Gründungsteam das Jahr 2020 an. Doch die Hoffnungen sind groß. Das junge Freiburger Unternehmen konnte schon mehrfach Preise für seine Konzepte einsammeln – etwa den Health-i-Award von Handelsblatt und Techniker Krankenkasse,  eine Auszeichnung des Medizintechnikherstellers B.Braun sowie eine Platzierung beim Science4Life Venture Cup im vergangenen Jahr.