Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche wollen die Gründer von Spendit überzeugen: Sie rechnen den Kantinen-Kassenzettel digital ab – und wollen so Mitarbeiter und Arbeitgeber glücklich machen.

Eine halbe Minute mit Investor Oliver Samwer im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Das Steuerrecht bietet viele Möglichkeiten, Mitarbeiter durch Sachleistungen wie Mittagessen zu belohnen. Für die Angestellten ist das steuerfrei. Die Abrechnung ist nur relativ kompliziert. Mit der Lunchit-App geht das jetzt digital. Die Mitarbeiter machen über die App ein Foto vom Beleg für das Mittagessen, der Arbeitgeber erstattet die Ausgaben: bis zu 140 Euro pro Monat. So machen wir die Mitarbeiter satt und glücklich.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Wir hatten uns 2014 die bis dahin gängige Lösung angeschaut, Papiermarken. Und dann beschlossen, das Produkt digital neu zu erfinden.

Wann ist euch das letzte Mal das Geld ausgegangen – und wie habt ihr überlebt?
Ich musste mir fürs Mittagessen vorhin 20 Euro bei meinem Mitgründer leihen. Ansonsten nie.

Werdet ihr jemals Geld verdienen?
Unternehmertum ist keine Lifestyle-Entscheidung, wir konzentrieren uns seit Tag eins auf Umsatz. Der wächst pro Jahr um mehr als 300 Prozent. Ab 2018 erwirtschaften wir Gewinn.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d)…Führung von unten: Die Firmenkultur wird sehr stark von unseren Mitarbeitern geprägt.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Beim Alter geht die Bandbreite von Anfang 20 bis Mitte 50, wir haben acht verschiedene Nationen und einen Frauenanteil von 50 Prozent.

Was war euer größter Rückschlag?
Vergangene Woche entschied sich eine bekannte digitale Firma aus Hamburg, bei Papiermarken zu bleiben. Das tat weh.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann ist Lunchit bei allen Arbeitgebern, die es mit der Digitalisierung ernst meinen, eine Selbstverständlichkeit.

Fakten zum Start-up

Zahl der Kunden: 2000 Firmenkunden
Gründung: 2014
Mitarbeiter: 38
Finanzierung: Eigene Mittel und Fremdkapital. 2016 stieg das Family Office der Unternehmerfamilie Reimann als Investor ein