Das Berliner Start-up Soundcloud schließt Standorte und entlässt fast die Hälfte der Mitarbeiter. So sollen Kosten gesenkt und Wachstum generiert werden.

Nachdem vor wenigen Tagen DaWanda, der Online-Marktplatz für Selbstgemachtes, die Entlassung von 25 Prozent seiner Mitarbeiter bekannt gegeben hatte, gibt es aus der Hauptstadt nun noch einmal schlechte Neuigkeiten:

Die Musikplattform Soundcloud steckt in der Krise. Die Büros in San Francisco und London werden geschlossen. 173 Mitarbeiter müssen gehen, dem Finanzdienst Bloomberg zufolge sind das rund 40 Prozent der Belegschaft. Diese Einschnitte seien nötig für einen nachhaltigen Erfolg, schrieb Co-Chef Alex Ljung auf dem Blog des Start-ups. Zukünftig wolle man sich auf die Standorte Berlin und New York konzentrieren und so Kosten senken, Wachstum generieren und die unabhängige Zukunft von Soundcloud gewährleisten.

Seit seiner Gründung vor zehn Jahren geriet der Streamingdienst immer wieder in die Schlagzeilen. Zunächst wegen hoher Investitionen, dann wegen spektakulärer Übernahmegerüchte – Konkurrent Spotify und Google sollen Interesse angemeldet haben – und wegen der Beteiligung durch Twitter und schließlich wegen der immer stärker ansteigenden Verluste. Im Herbst 2016 war von 39 Millionen Euro Verlust die Rede, im Januar 2017 von mehr als 50 Millionen Euro.