Investoren stützen die Chatbot-Entwicklung des Berliner Unternehmens. Im Kampf um die digitale Kundenbetreuung mischen einige deutsche Start-ups mit.

Ob Berliner Sparkasse oder Fintech SumUp: Auf den Webseiten der beiden Finanzdienstleister begrüßt die Kunden ein Chat-Fenster – in dem sollen sie Schritt für Schritt zu den gewünschten Antworten geführt werde. Die Software für diesen digitalen Assistenten stammt vom Berliner Start-up Solvemate. Jetzt hat das junge Unternehmen eine abgeschlossene Finanzierungsrunde in siebenstelliger Höhe verkündet.

Die beiden Risikokapitalgeber Picea Capital und Venture Stars investieren die Summe, um das Wachstum des 2015 gegründeten Start-ups zu beschleunigen. Aktuell hat das von Erik Pfannemöller gegründete Start-up nach eigenen Angaben 30 Mitarbeiter.Das Geld soll in die Weiterentwicklung der Technologie fließen – vor allem aber auch in das Marketing, um Solvemate in Deutschland, Österreich und der Schweiz bekannter zu machen.

Software für Routine-Aufgaben

Dabei stößt das Start-up durchaus auf Konkurrenz. Zahlreiche andere Digitalunternehmen haben sich auf die Entwicklung oder Anpassung sogenannter Chatbots spezialisiert. Dabei handelt es sich um kleine Softwareprogramme, die Kunden möglichst weit automatisiert durch ihre Frage steuern.

Sinn machen die automatisierten Helfer vor allem bei immer wiederkehrenden Anfragen mit einer klaren Abfolge, etwa der Suche nach bestimmten Produkten auf einer Homepage, der Buchung einer Reise oder auch der Beschwerden über eine Dienstleistung. Weil das den Kundenservice verbessern kann und die Programme günstiger zu lizensieren sind, als ein ganzes Callcenter zu unterhalten, hoffen Start-ups auf große Umsätze.

Die Software von Solvemate stellt den Nutzern Multiple-Choice-Fragen und arbeitet sich so der Antwort entgegen. Das Düsseldorfer Start-up Cognigy hat sich dagegen auf die Analyse von gesprochenen Worten spezialisiert und will so Kundenservice über Sprachassistenten anbieten – auch dieses Vorhaben wird von Investoren gestützt. Spectrm wiederum hatte sich zu Beginn auf Medienunternehmen als Kunden spezialisiert. Und das Münchener Team von E-Bot7 will mit seinen Chatbots unter anderem zwischen Vetriebssoftware und Kundenschnittstellen andocken, um etwa für Mails automatisiert die besten Antworten vorzuschlagen.