Das Berliner Institut hilft vielen Start-ups beim Zahlungsverkehr. Vier neue Geldgeber kommen nun dazu – eine Bank verlässt den Gesellschafterkreis.

Die Berliner Solarisbank, die mit ihren Angeboten vor allem zahlreiche deutsche und internationale Start-ups beim Zahlungsverkehr unterstützt, hat in einer aktuellen Finanzierungsrunde 56,6 Millionen Euro eingesammelt. Das teilte die 2016 gegründete Bank jetzt mit. Das Geld soll für eine Weiterentwicklung der Technologie und einer Expansion in weitere Länder eingesetzt werden – aktuell ist die Solarisbank bereits in sieben Nationen aktiv.

Die neuen Geldgeber sollen dabei helfen. Sie setzen sich aus einer Mischung von etablierten Finanzdienstleistern und Risikokapitalgebern zusammen. Neu dabei sind die spanische Bank BBVA und die niederländische Bank ABN Amro. Außerdem steigt Visa mit ein, daneben noch der Risikokapitalgeber Lakestar, der von Klaus Hommels gegründet wurde. Die neuen Investoren sorgten laut Gerrit Seidel, Aufsichtsratsvorsitzenden der Solarisbank, für „einen globalen Entwicklungssprung als unabhängige Banking-Plattform, ohne die Neutralität im Markt zu beeinträchtigen.“

Hypovereinsbank steigt aus

Die beiden bisherigen Gesellschafter, Arvato Financial Solutions und der Finanzarm des japanischen Investors Softbank, erhöhen ihre Einlagen mit der neuen Finanzierung. Ein etabliertes Finanzinstitut zieht jedoch nicht mehr mit: Die Münchener Hypovereinsbank, die zur italienischen Unicredit gehört, hat ihre Anteile an den spanischen Konkurrenten BBVA verkauft. Das bestätigte das Management der Solarisbank in einem Interview mit dem Handelsblatt (€).

Die Solarisbank, die 2016 mit Anschub des Company-Buildes Finleap gestartet war, hat damit insgesamt bereits knapp 100 Millionen Euro an Investorengeldern eingesammelt. Immer noch sei Finleap mit etwa 30 Prozent der größte Anteilseigner, heißt es in einem Techcrunch-Bericht zur neuen Finanzierung.

Erfolgreich im Hintergrund

Für Aufsehen gesorgt hatte die Solarisbank kurz nach ihrer Gründung, weil sie als Finanz-Start-up eine Vollbanklizenz der Bankenaufsicht erhalten hatte. Auf diesen aufwändigen und teuren Schritt hatten viele andere Fintechs verzichtet. Die Lizenz nutzt die Solarisbank heute vor allem, um im Hintergrund die Zahlungsabwicklung von aktuell 60 Unternehmenskunden zu übernehmen – viele davon sind selbst Start-ups, die über Schnittstellen angeschlossen sind.

Dazu gehören etwa der Kreditvermittler Smava, die Geschäftskonten-Anbieter Penta und Kontist sowie das Vergleichsportal Verivox. Bis zum Ende des Jahres soll die Zahl der unden auf über 100 anwachsen, teilt die Solarisbank mit. „Mich begeistert das Potenzial für weitere Kooperationen in Deutschland und internationalen Märkten, das wir gemeinsam mit diesen starken Partnern heben können“, sagt Solarisbank-Vorstandschef Roland Folz.