Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche wollen die Gründer von Soccerwatch.tv überzeugen: Sie streamen Amateurfußball in alle Wohnzimmer – und vereinen dafür Hardware und Plattform.

Eine halbe Minute mit der deutschen Investorenlegende Oliver Samwer im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Allein in Deutschland gibt es pro Jahr 1,8 Millionen Fußballspiele, 99 Prozent werden nicht übertragen. Mit unserem Kamerasystem können wir jedes Amateurspiel ins Netz streamen, ohne Personal. Wir hängen Kameras an Flutlichtmasten oder Tribünen. Die filmen ein 180-Grad-Panorama. Eine Software  wählt automatisch den idealen Bildausschnitt.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Unserer Mitgründer Thomas Harmes ist Papa zweier fußballbegeisterter Kinder, hat es aber oft nicht zu den Spielen geschafft. Für unseren Prototyp haben wir im Baumarkt eine Plastikbox gekauft, ein Loch reingeschnitten, eine Kamera eingesetzt und das Spiel bei YouTube hochgeladen.

Wann ist euch das letzte Mal das Geld ausgegangen – und wie habt ihr überlebt?
Anfang des Jahres. Kurz danach kam unser Investor, der IT-Dienstleister Adesso, an Bord.

Werdet ihr jemals Geld verdienen?
Ja, in zwei Jahren. Mit lokaler Werbung, wovon wir dem Fußballverein einen Teil abgeben. Und mit einem Werkzeug, mit dem Trainer Spiele auswerten können.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …Zielstrebig wie der E-Autobauer Tesla.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Unser Team besteht aus Indern, Amerikanern und Dienstleistern in der Karibik. Aber wir sind 20 Männer und nur zwei Frauen. Das muss sich bessern.

Was war euer größter Rückschlag?
Wir hatten für uns angefertigte Sensoren falsch montiert, die brannten nach drei Minuten durch.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Dann übertragen wir auch Cricket in Asien und Eishockey in den USA.

Fakten zum Start-up

Start der Plattform: Anfang Oktober
Interessenten: Mehr als 400 Anfragen von Sportvereinen, die die Kamera installieren wollen, auch aus Brasilien und den USA
Gründung: 2017
Mitarbeiter: 22
Finanzierung: Investition vom IT-Dienstleister Adesso, auf der Suche nach weiterem Geld, um zu expandieren