Das Essener Start-up ermöglicht die Live-Übertragung von Amateurspielen. Der IT-Dienstleister Adesso ist neugierig auf die Technik – und beteiligt sich jetzt.

Amateurfußball live: Das will das Essener Start-up Soccerwatch.tv ermöglichen und damit auch noch den oft klammen Vereinen finanziell helfen. Die Idee: Das Start-up hat ein Paket aus Kamera und Software geschnürt, die automatisch von einem Flutlichtmast den Rasen- oder Ascheplatz im Blick behält – und das Bildsignal ins Internet streamt.

Jetzt hat der Dortmunder IT-Dienstleister Adesso bekannt gegegen, dass er sich mit 30 Prozent an dem jungen Unternehmen beteiligt hat. Man habe mit den Georg Moser, Bernd Holarek und Jonathan Overhoff ein Meilensteinkonzept vereinbart mit einem Volumen im einstelligen Millionenbereich, was entlang von Zielerreichungen schrittweise ausgezahlt werde, sagt Christoph Junge, Mitglied des Adesso-Vorstands, auf Nachfrage von WiWo Gründer.

Die Technik ist nach Angaben von Soccerwatch.tv bereits auf zehn Amateur-Spielfeldern in Nordrhein-Westfalen getestet worden. Bis Ende des Jahres sollen 50 der sechs Kilogramm schweren Kameras installiert sein, im kommenden Jahr soll dann der bundesweite Roll-Out starten.

Riesiger Markt und große Chancen für die Technik

Im Sommer schloss der Deutsche Fußball-Verband, der bundesweit knapp 25.000 Mannschaften vertritt, einen Kooperationsvertrag mit dem Start-up ab. Das System kostet inklusive Installation einen niedrigen vierstelligen Betrag. Fans sollen kostenlos zuschauen können, die Werbeeinnahmen könnten zwischen Portal und Vereinen aufgeteilt werden.

Mit einem ganz ähnlichen Produkt ist das Unternehmen Sporttotal.tv bereits seit etwa einem Jahr am Start – die Kölner kooperieren unter anderem mit dem Bayrischen Fußball-Verband. Rund um den Fußball haben sich in den vergangenen Jahren einige Start-ups gegründet, die Fans oder Vereinen mit technischen Lösungen helfen wollen.

Der Dortmunder IT-Dienstleister Adesso hatte Soccerwatch.tv nach eigenen Angaben bereits bei der Programmierung der optischen Bilderkennung unterstützt. Mit der neuen Beteiligung und der entsprechenden finanziellen und technischen Hilfe will das Unternehmen mit 2200 Mitarbeitern zum einen die Technologie schneller in die Amateurligen tragen.

Zum anderen beobachtet man jedoch auch neugierig die Vorteile, die das vernetze Kamerasystem für andere Branchen eröffnet: So seien etwa die Erkentnisse aus dem Machine-Learning, die Soccerwatch.tv sammelt, für andere Adesso-Kunden interessant. „Das Kamerasystem und der Streaming-Dienst von soccerwatch.tv sind ein hervorragendes Beispiel für die neuen Möglichkeiten, die solche Systeme eröffnen”, sagt Volker Gruhn, Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender von Adesso.