Berlin bekommt Konkurrenz: Frankfurt soll Hauptstadt der Fintech-Branche werden, Stuttgart startet einen neuen Accelerator und Düsseldorf richtet eine Start-up-Initiative ein.

Berlin ist ein preiswerter Ort zum Leben und arbeiten und lockt damit viele Gründer in die Stadt. Mehr als 500 neue Technologie-Unternehmen werden jedes Jahr aufgebaut und einer von acht neuen Jobs in Berlin wird in der Digitalwirtschaft entwickelt. Nationale, aber auch internationale Unternehmen – wie die Deutsche Telekom oder der Technologie-Konzern Microsoft – fokussieren sich bei ihren Accelerator-Programmen vor allem auf Berlin. Die Bundeshauptstadt ist somit auch die deutsche Accelerator-Hauptstadt.

Potenzial für Finanz-und Börsenstadt Frankfurt

Das soll sich jetzt ändern: Die Regierung Hessens will dieses Jahr ein FinTech-Zentrum in Frankfurt hochziehen und damit Start-ups den Einstieg erleichtern. „Wir wollen das Potenzial der Fintech-Firmen erschließen. Frankfurt hat dafür die besten Voraussetzungen“, sagte Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir im vergangenen Jahr in Frankfurt. Die Infrastruktur der Stadt biete eine geeignete Kombination aus internationalem Bankenstandort, forschungsstarken Hochschulen und innovativen IT-Firmen. Zuletzt wurde bekannt, dass es in Hessen sogar einen speziellen Studiengang für Fintech geben soll – einer Kooperation steht also nichts mehr im Wege.

Das FinTech-Zentrum soll ein Ort werden, an dem Start-ups bei der Finanzierung über Beteiligungsfonds geholfen werden soll. So entstehen wieder zusätzliche Arbeitsplätze. Als wichtigste Aufgabe sieht es der Politiker Al-Wazir, Gründerinnen und Gründer zu ermutigen und zu unterstützen: „Wir sind im Dialog mit Banken, Verbänden und anderen Finanzplatzakteuren, um Maßnahmen zu entwickeln, die optimale Standortbedingungen für die Branche schaffen.“

Etablierte Finanzunternehmen in das Projekt einzubinden bietet sich an, denn auch die Deutsche Bank spürt bereits den Druck der FinTechs und will eine Milliarde Euro in die Digitalisierung ihrer Angebote investieren. Die neuen Start-ups könnten den großen Banken aber auch helfen, bessere und modernere Angebote für ihre Kunden zu entwickeln. Die Commerzbank investierte sogar bereits schon in FinTechs wie die Handelsplattform Etoro. Und manch neue Start-up-Idee kann in etablierten Unternehmen die Angebote und Produkte ergänzen und das Geschäft bereichern.