Denn bisher gibt es aus dem Hause Gardena zwar schon Pflanzensensoren, einen Bewässerungscomputer, den Rasenmäherroboter „und in den nächsten Jahren kommen noch zwei drei Geräte dazu“, so Bolliger, „aber wir wollen das Erlebnis Garten als Ganzes smart machen.“ Das bedeute zum einen, die Funktionalität der bisherigen App auszuweiten, aber auch die Produkte anderer Hersteller mit einzuschließen. Davon profitieren könnten zwei Zielgruppen: Diejenigen, die froh sind die Gartenpflege zu automatisieren, aber auch die leidenschaftlichen Gärtner, die von der Expertise lernen können.

Pflanzenkrankheiten per Handy bestimmen

Im Vergleich zu normalen Gartenwerkzeugen muss der Kunde für die Produkte aus der Gardena Smart System Serie allerdings einen deutlichen Aufpreis zahlen. Wer auf günstigere Art und Weise zu einem grünen Daumen kommen will, der ist beim Gartenbank-Projekt der Firma Peat aus Hannover richtig. Gründerin Simone Strey hat mit ihrem sechsköpfigen Team eine App entwickelt, mit der Hobbygärtner Pflanzenkrankheiten erkennen und bekämpfen können. „Ein gutes Beispiel ist der Mehltau an der Gurke. Das ist eine Pilzerkrankung, die aussieht wie ein weißer Belag, der erst in Pünktchen auftritt und dann großflächiger wird“, beschreibt Strey.

Bemerkt ein Gärner eine solche Veränderung an seiner Pflanze, kann er mit der Gartenbank-App die richtige Diagnose stellen. Dazu reicht schon ein Foto der betroffenen Stelle und der Algorithmus erkennt die Krankheit auf dem Bild automatisch. „Derzeit können wir schon über 30 Krankheiten bestimmen. Und jede Woche kommen neue dazu“, sagt Strey. Denn das System lernt mit jedem der rund 200 eingesendeten Fotos am Tag – die Gartenbank ist ein Data-Mining-Projekt. Irgendwann, so hofft Strey, ist die Pflanzenbibliothek so ausgereift,  dass Landwirte für die Nutzung Geld bezahlen. „Insofern ist es eine Win-Win Situation. Die App ist kostenlos, aber die Kleingärtner helfen uns ja auch weiter.“

Die Fotos der Nutzer bilden auch die Basis für ein Frühwarnsystem, an dem die Peat-Gründer arbeiten. „Die Fotos werden GPS-getagged. So können wir erkennen, in welcher Region welche Krankheiten verstärkt auftreten.“ Im Gegenzug für die bereitgestellten Daten bekommen die Nutzer Tipps, wie sie ihrer Pflanze helfen können. Beispielsweise gegen Mehltau gibt es verschiedene Mittel: „Man kann ganz konventionell dagegen spritzen, oder man entscheidet sich für die biologische Variante und trägt eine Milchtinktur auf“, sagt Strey. Das entsprechende Rezept liefert die App gleich mit. Außerdem gibt sie Ratschläge, wie die Erkrankung der Pflanzen in Zukunft verhindert werden kann.

Auch Martin Scharfe entwickelt seine Gartenmöbel immer weiter. Seit Ende Juni hat er auch einen „Smart Table“ im Angebot. Ausgestattet mit einem Photovoltaik-Panel erzeugt der Tisch bis zu 1000 Watt Strom. „Damit kann man einen Fernseher betreiben, einen Kühlschrank oder sogar einen Staubsauger“, so Scharfe. Insofern sei der Tisch eine ernstzunehmende Energiequelle, mit der man auch im Garten Strom erzeugen und nutzen kann. Als Zielgruppe für seine Produkte sieht der Gründer Privatverbraucher, Bars oder Hotels, also „alle, die einen Außenbereich haben.“ Denn die Akzeptanz für Hightech-Geräte im Garten sei inzwischen groß: „Da hat der Rasenmähroboter einen großen Beitrag geleistet.“