Ein Instrument lernt man traditionell beim Musiklehrer – noch. Der digitale Klavierlehrer von Skoove attackiert die analoge Bastion im Musikgeschäft.

Mit Musik kennen sich Florian Plenge und Stephan Schulz aus. Beide haben gemeinsam beim Berliner Musikspezialisten Native Instruments gearbeitet, Plenge war dort lange für die erfolgreichen DJ-Produkte der Marke Traktor verantwortlich. Schulz hat später Raumfeld mitgegründet, das inzwischen vom Lautsprecherhersteller Teufel gekaufte Unternehmen entwickelt Technologien zur drahtlosen Musikübertragung im Haus.

Vor zwei Jahren haben sie dann beschlossen, ein eigenes Start-up zu gründen. Damit greifen sie eine der letzten Bastionen an, die von der Digitalisierung noch kaum erfasst ist: Das Musik lernen. Denn auch wenn die Musikindustrie ein Musterbeispiel für die Folgen der Digitalisierung ist, erfolgt die Basis bis heute ganz analog: Ein Instrument lernt man traditionell mit einem Musiklehrer.

Der virtuelle Musiklehrer kann Töne erkennen

Das wollen Plenge und Schulz ändern. Mit Skoove bieten sie einen virtuellen Musiklehrer. In verschiedenen Lektionen können die Nutzer online Klavier spielen lernen, Gitarre soll folgen. Kern des Robo-Musiklehrers ist eine mit dem Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie entwickelte Software, die erkennt, ob der Schüler die richtigen Töne und Akkorde trifft und passendes Feedback gibt.

Skooves Vorbild ist die erfolgreiche Berliner Sprachlernplattform Babbel. „Mehr als 25 Prozent der Menschen, die Sprachen lernen, tun das inzwischen online“, sagt Plenge. Bei Instrumenten liege der Anteil jedoch noch im einstelligen Prozentbereich – ein großes Potenzial also. „Wir wollen das Babbel für Musik lernen werden“, sagt Plenge.

Dessen Gründer waren teilweise zuvor auch bei Native Instruments und hatten 2007 vor der Gründung sogar auch erst über Musikvermittlung nachgedacht. „Doch da wären wir viel zu früh gewesen“, sagt Babbel-Gründer Markus Witte.

Inzwischen gibt es neben Skoove auch einige andere Anbieter, aber noch keine große Marke. Das wollen Plenge und Schulz ändern, weshalb das Start-up schon in den USA aktiv ist. Und auch China soll bald folgen.

 

Steckbrief

Skoove

Gründung: 2014, online seit November 2015

Sitz: Berlin

Mitarbeiter: 10

Kunden: eine vierstellige Zahl an Nutzern hat 40 000 Lektionen gespielt

Finanzierung: 500 000 Euro vom High-Tech-Gründerfonds