Zehn Millionen Euro fließen in das Start-up. Unter den Geldgebern ist ein japanischer Versicherungs-Riese, der die Berliner nun bei der Expansion in Asien unterstützen soll. 

Erst im Mai hat Simplesurance den Abschluss einer Series-C-Runde in Höhe von 20 Millionen Euro bekanntgegeben, nun trumpfen die Berliner mit einer weiteren Finanzierungsmeldung auf: Knapp zehn Millionen Euro kommen von zwei neuen Investoren, teilte das Unternehmen heute mit. Seit der Gründung 2012 hat das Start-up insgesamt 52 Millionen Euro eingesammelt – und ist damit eigenen Angaben zufolge in Europa das Insurtech mit dem höchsten Finanzierungsvolumen.

Als Insurtechs werden Start-ups bezeichnet, die mit digitalen Technologien den Versicherungsmarkt aufmischen. Der Markt boomt. Simplesurance betreibt eine Plattform, die Versicherungen eine neue Vertriebsmöglichkeit eröffnet: Endkunden bekommen in europaweit 2.500 Onlineshops, die mit Simplesurance kooperieren, während des Kaufvorgangs direkt eine passende Versicherung angeboten. In Deutschland bekannt ist zudem das Endkunden-Portal schutzklick.de.

In 28 europäischen Ländern ist Simplesurance bereits vertreten. Jetzt nehmen die Gründer Robin von Hein und Joachim von Bonin den asiatischen Markt ins Visier. Helfen bei der Expansion soll der neue Investor Tokio Marine Holdings (TMDH), der mit seinen Tochterunternehmen zu den größten Versicherungsunternehmen Japans gehört. Unter den Bestandsinvestoren ist auch der japanische E-Commerce-Riese Rakuten.

150 Mitarbeiter in Berlin in Tokio

Simplesurance betont, dass Insurtechs in Japan noch eine untergeordnete Rolle spielen – der Markt sei aber sehr attraktiv, da Japaner sowohl technik- als auch versicherungsaffin seien. „Durch unsere lange Expertise profitieren wir vom First Mover Advantage und können die Ersten sein, die den Markt verändern“, sagt Dominik Bark, bei Simplesurance verantwortlich für die Entwicklung von Versicherungsprodukten. Ein Büro in Tokio hat das Start-up, das insgesamt 150 Mitarbeiter beschäftigt, bereits eröffnet.

Zweiter Neuinvestor ist Oddo BHF. Die Finanzgruppe ist aus einer familiengeführten französischen Bank und einer auf den Mittelstand ausgerichteten deutschen Privatbank entstanden. Laut dem geschäftsführenden Gesellschafter Phillipe Oddo ist das Unternehmen in Frankreich an den Fintechs Lydia und Bankin beteiligt – Simplesurance sei das erste Investment im deutschen Fintech-Markt.