Das Start-up sammelt mehr als 15 Millionen Euro in einer Finanzierungsrunde ein. Neugierig auf die Angebote der Kölner sind Unternehmen rund um das autonome Fahren.

Der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, die eigenen Leistungsdaten, die Eindrücke von der Straße: Damit autonome Autos fehlerfrei fahren können, sind jede Sekunde zahllose Berechnungen notwendig. Mehrere Rechenkerne erleichtern das – aber erfordern neue Ansätze in der Programmierung. Silexica entwickelt Umgebungen und Werkzeuge, die Entwicklern die Arbeit in dieser Welt erleichtern.

Jetzt kann das Start-up mit Hauptsitz in Köln den Abschluss einer umfangreichen Finanzierungsrunde vermelden. Angeführt vom Risikokapitalgeber EQT Ventures erhält Silexica umgerechnet mehr als 15 Millionen Euro. Auch die bestehenden Geldgeber, darunter Merus Capital, Paua Ventures, der Seed Fonds Aachen und DSA Invest, ziehen mit.

Software für Supercomputer

Mit den komplexen Produkten, die sich rund um die Programmierung für sogenannte Supercomputer positionieren, stößt das Start-up besonders, aber nicht nur in der Automobilbranche auf großes Interesse. Neben Automobilzulieferern sind nach eigenen Angaben auch Firmen aus der Telekommunikations- und der Luftfahrtbranche unter den Kunden und Partnern von Silexica.

Es gehe durchweg um Produkte aus der „Post-PC-Ära“ lässt sich EQT-Vertreter Ted Persson in einer Pressemitteilung zitieren. Und dort könne sich Silexica zu einem der „wichtigsten Technologieunternehmen dieses Jahrhunderts“ entwickeln.

Start-ups rund um das autonome Fahren

Das knapp vier Jahre alte Unternehmen entstand als Ausgründung aus der Ingenieursschmiede RWTH Aachen, aus deren Umfeld unter anderem auch das heutige Post-Projekt Streetscooter stammt. In den vergangenen Jahren konnte das Start-up bereits weitere acht Millionen Euro an Risikokapital einsammeln sowie über ein Förderprogramm einige Zeit in den USA verbringen. In Kalifornien und Tokio bestehen mittlerweile weitere Niederlassungen der jungen Firma.

Insbesondere rund um das autonome Fahren sind in letzter Zeit einige deutsche Start-ups insbesondere mit Softwarelösungen in Erscheinung getreten. Dazu zählt etwa das Frankfurter Start-up Accelere, welches ebenfalls Softwareumgebung zur Verfügungen stellt, die Algorithmen-Trainer von Understand.ai aus Karlsruhe oder das Münchener Start-up Terraloupe, welches aus Luftbildern Routenunterstützung für autonome Fahrzeuge errechnen will. Auch das Start-up Artisense hatte kürzlich eine Finanzierungsrunde abgeschlossen – und im Interview dargelegt, wieso der Standort Deutschland so wichtig ist.