Die Bundesregierung will jungen Unternehmen mit einer Wachstumsfinanzierung stärker unter die Arme greifen.

Mit zwei Risikokapital-Fonds im Gesamtvolumen von knapp einer dreiviertel Milliarde Euro wolle sie private Investitionen in innovative Unternehmen in gleicher Höhe auslösen, sagte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel am Dienstag in Berlin. Damit stünden diesen insgesamt 1,4 Milliarden Euro zur Verfügung, um die Erschließung neuer Märkte und ein schnelleres Wachstum zu finanzieren. Gabriel will damit verhindern, dass zukunftsträchtige Geschäftsideen mit großen Potenzialen an Geldproblemen scheitern oder ins Ausland verkauft werden.

Junge innovative Firmen seien für die Zukunft Deutschlands von großer Bedeutung, sagte Gabriel: „Ein gutes Angebot an Wagniskapital ist ein entscheidender Faktor.“ Im Vergleich zu den USA sei der deutsche Risikokapital-Markt für junge Firmen, die der Gründungsphase entwachsen sind, zu klein. „Wir müssen deshalb die Rahmenbedingungen verbessern und unseren Standort für Wagniskapital attraktiver machen.“ Solange die SPD mitregiere, werde es daher auch keine Besteuerung beim Verkauf kleiner Anteilen an Kapitalgesellschaften in diesem Bereich geben. Denn das schrecke die Investoren eher ab.

Für Jungunternehmen soll es zwei neue Fonds als Finanzierungsquelle geben: den Fonds Coparion über 225 Millionen Euro, bei dem die staatliche Förderbank KfW Partner ist, sowie eine Wachstumsfazilität über 500 Millionen Euro, die mit dem Europäischen Investmentfonds (EIF) aufgelegt wird. Die Vergabe von Mitteln aus beiden Töpfen ist daran gebunden, dass in gleichem Maße private Investoren Kapital beisteuern. Im Zuge des Digitalisierungs- und FinTech-Booms engagierten sich zuletzt wieder mehr private Geldgeber in der Finanzierung von jungen, vielversprechenden Firmen (Venture Capital).