Shore entwickelt sich vom Anbieter einer Terminbuchungssoftware zum Dienstleister für die Digitalisierung. Nun investieren die Zalando-Gründer und andere 13 Millionen Euro.

Begonnen hat alles mit dem Arztproblem. Alexander Henn war kurzfristig auf der Suche nach einem Facharzt und fragte sich: „Warum kann ich mir nicht die heute noch verfügbaren Termine anzeigen lassen, statt alle Ärzte abzutelefonieren?“. Mit Termine24 entwickelte er 2012 eine Plattform, die genau das ermöglichen sollte und zwar nicht nur für Ärzte, sondern auch diverse andere Dienstleister.

Doch ganz ging das Geschäft nicht auf, die Kosten für die jeweiligen Suchbegriffe waren hoch, zudem konkurrierte Termine24 mit seinen Kunden darum, die auch direkt über die Suchmaschine gefunden werden wollten.

So wechselte Henn das Modell und den Namen: Statt einer Terminbuchungsplattform für Endkunden liefert er nun mit Shore die Software im Hintergrund. Der Kern ist ein cloud-basierter Online-Kalender, der Kunden von Ärzten, Frisören oder KfZ-Betrieben eine einfache Terminbuchung ermöglicht und in der  eigenen Website aber auch bei Facebook eingebunden werden kann.

Doch die reine Terminverwaltung ist nicht alles. So kann Shore wesentliche Informationen zentral bei Google Maps, Yelp und zahlreichen anderen Internetseiten pflegen. „Wer beispielsweise seine Öffnungszeiten ändert, kann das über uns gleichzeitig bei zahlreichen Verzeichnissen und Internetseiten erledigen“, sagt Henn.

Und Shore bietet darüber hinaus noch eine ganze Reihe von Dienstleistungen an: Von der Kunden- und Mitarbeiterverwaltung, über ein iPad-basiertes Kassensystem bis zur Option Website oder Apps zu entwickeln. „Man kann sich viele Einzellösungen zusammen kaufen, doch wir wollen möglichst alle digitalen Services aus einer Hand anbieten“, sagt Henn.

13 Millionen Euro für Shore

Das will das Unternehmen nun noch ausbauen und hat dafür 13 Millionen Euro eingesammelt. Zu den Geldgebern zählen die Funke Mediengruppe und der Wachstumsfonds Bayern von Bayern Kapital. Zudem investierten der ehemalige Versatel-Chef Peer Knauer und die drei Zalando-Gründer Robert Gentz, David Schneider und Rubin Ritter. Insgesamt ist das Unternehmen nun mit 25 Millionen Euro finanziert.

Zudem will Shore das internationale Geschäft ausbauen. Das Unternehmen ist in zehn europäischen Ländern aktiv und hat seit kurzem ein Büro in Los Angeles. Shore beschäftigt 200 Mitarbeiter und betreut Kunden mit 10 000 Standorten. Denn es sind längst nicht nur Ärzte oder Friseure, die die Shore-Software nutzen. „Wir bekommen zunehmend Anfragen von Filialisten und Ketten“, sagt Henn.