Das Start-up galt als begehrter Übernahmekandidat. Jetzt greift der schwedische Zahlungsabwickler zu. Im Fokus stehen die Patente der Entwickler aus Düsseldorf.

Das in Düsseldorf gegründete Start-up Shop.co wird von dem schwedischen Zahlungsdienstleister Klarna übernommen. Über die Akquisition hatte zuerst t3n berichtet. Gegenüber WirtschaftsWoche Gründer bestätigt Gründer Jay Habib den Verkauf in einer kurzen E-Mail: „Es stimmt, dass Klarna unser Team, unsere Technologie und unsere Patente gekauft hat.“

Auch Klarna bestätigte auf Nachfrage, dass man „ausgewählte Bestandteile des IP-Portfolios“ erworben habe. Das deutet darauf hin, dass die Schweden zentrale Softwareteile von Shop.co demnächst in ihre eigenen Produkte einbauen wollen. So vergrößert der als Zahlungsdienstleister gestartete Anbieter Klarna seine Einsatzmöglichkeiten für Betreiber von Online-Shops. Klarna hatte Mitte dieser Woche in einer Pressemitteilung angekündigt, in der eigenen App das Einkaufen in der Online-Welt noch einmal zu vereinfachen – diese Pläne dürfte die Shop.co-Akquisition unterstützen.

Klarna schlägt erneut in Deutschland zu

Shop.co hatte sich auf Produkte spezialisiert, die einem möglichst einfachen Abschluss eines Kaufvorgangs im E-Commerce ermöglichen. Zu lange oder zu umständliche Kaufvorgänge sorgen schnell dafür, dass Kunden den Kauf trotz gefüllten Warenkorbs noch genervt abbrechen. Nach eigenen Angaben kommt die Lösung von Shop.co bereits in mehr als 170.000 amerikanischen Online-Shops zum Einsatz.

Über die konkrete Kaufsumme wurde nichts bekannt. Spekuliert wurde über einen Preis von bis zu 50 Millionen Euro – laut der Klarna-Sprecherin liege die Summe „jedoch weit unter den kolportierten Angaben“.  Von den etwa 50 Mitarbeitern von Shop.co, die in den Büros in Düsseldorf und San Francisco tätig waren, wechseln nach Klarna-Angaben nur acht Angestellte mit zum Käufer. Klarna hatte in den vergangenen Jahren bereits den Berliner Mitbewerber BillPay als auch Teile des insolventen Fintechs Cookies übernommen.