Fusion auf dem Schuhmarkt: Die Traditionsmarke Heinrich Dinkelacker und das Start-up Shoepassion schließen sich zusammen.

Das Unternehmen Heinrich Dinkelacker hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Schon seit 1879 gibt es die Schuhmanufaktur aus Baden-Württemberg, die Luxusmarke zählt zu den bekanntesten Herstellern von handgenähten Budapester-Schuhen.

Trotzdem stand Dinkelacker 2004 vor dem Aus, ein prominentes Trio übernahm das Unternehmen: Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking, sein früherer Pressechef Anton Hunger und der ehemalige IBM-Manager Norbert Lehmann.

Shoepassion wiederum wurde erst 2008 gegründet. Das Start-up verkauft eine eigene Kollektion rahmengenähter Schuhe im Internet. Inzwischen ist Shoepassion in sieben Ländern aktiv und betreibt eigene Läden in Städten wie Berlin, München, Hamburg oder Zürich.

Nun haben beide Unternehmen ihre Fusion bekanntgegeben. Damit schließen sich eine der ältesten und jüngsten deutschen Schuhmarken zusammen. Shoepassion hält künftig 100 Prozent der Firmenanteile von Heinrich Dinkelacker, im Gegenzug werden Wiedeking, Lehmann und Hunger Gesellschafter des Start-ups.

„Ich beobachte Shoepassion schon seit einigen Jahren“, sagt Dinkelacker-Geschäftsführer Norbert Lehmann. „Die Jungs haben frischen Wind in die doch recht traditionelle Schuhbranche gebracht und gezeigt, wie man heute ein klassisches Handwerksprodukt attraktiv und zeitgemäß vermarkten kann.“ Lehmann soll noch auf unbestimmte Zeit  Geschäftsführer bleiben, bevor er in beratender Funktion in den Beirat des Unternehmens wechseln wird.

„Ich bin sehr stolz auf diesen Deal und das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird“, sagt Shoepassion-Gründer Tim Keding. „Eine prämierte Luxusmarke mit angeschlossener Manufaktur anvertraut zu bekommen, ist eine große Ehre und zeigt, dass auch Traditionsfirmen ihren Platz im Handel der Gegenwart finden können, ohne dabei ihre DNA zu verlieren“, so Keding weiter.