Der Manager erhöht seine Beteiligung an dem Berliner Start-up. Die Kapitalerhöhung soll der Schuhmarke zu einer größeren internationalen Präsenz verhelfen.

Die Lederschuhe, die Shoepassion herstellt, sind klassisch – die Wachstumsstrategie des Berliner Start-ups war es bisher auch: Statt um Risikokapitalgeber zu buhlen, konzentrierte sich Firmenchef Tim Keding auf die traditionelle Bankenfinanzierung. Gestartet 2008, baute das Unternehmen so Schritt für Schritt sein Geschäft auf. Nun vermeldet Shoepassion einen großen Sprung nach vorne: Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hat einen hohen einstelligen Millionenbetrag investiert.

Der Manager ist bereits an dem Start-up beteiligt. Dazu kam es durch einen ungewöhnlichen Deal: Shoepassion hatte im Dezember den Schuhhersteller Heinrich Dinkelacker übernommen. Die Gesellschafter der schwäbischen Traditionsmarke, zu denen Wiedeking bereits seit 2004 gehörte, erhielten im Gegenzug Anteile an Shoepassion. Wiedeking lobt nun die Arbeit des Start-ups: „Die Zusammenstellung des Teams inklusive der errichteten Infrastruktur auf der einen Seite als auch die hervorragende Arbeit der Geschäftsführung nebst überzeugender Zukunftsvision auf der anderen haben mich überzeugt, meine Beteiligung bei Shoepassion zu erhöhen.“

„Aus wenig viel machen“

Die Finanzspritze soll dem Team um Keding helfen, die internationale Expansion voranzutreiben. Bereits jetzt sind die Berliner mit jeweils einem eigenen Online-Shop in sieben Ländern aktiv. Ausbauen wollen sie vor allem ihren Omnichannel-Ansatz. In Deutschland gibt es aktuell acht eigene Ladengeschäfte. Hinzu kommen Stores in Warschau und Zürich. Mögliche neue Standorte sind Dubai, Singapur, Schanghau und New York, wie das Handelsblatt berichtet.

Wiedekings Engagement ermöglicht nun ein höheres Wachstumstempo. Unternehmen wie Zalando sind aber ausdrücklich kein Vorbild für Keding: „Aus wenig viel zu machen, war immer unsere Philosophie und das wird auch weiterhin fest in unserer DNA verankert bleiben“, sagt der CEO. Stolz verweist er darauf, dass Shoepassion seit 2011 stets profitabel geblieben sei. Zuletzt machte die Firma einen Umsatz von zehn Millionen Euro.