Wenige Monate nach der Übernahme von Optionspace fließt neues Geld an das Kölner Start-up Sharednc. Die junge Firma soll fit werden für die Expansion.

Mit einer neuen Finanzierung in Millionenhöhe will sich der Kölner Bürovermittler Sharednc („Share desk and coffee“) für die weitere Expansion stärken. Zunächst soll das Geld dabei helfen, sich mit einem breiten Angebot auf dem deutschen und österreichischen Markt zu verstärken. Der siebenstellige Betrag kommt von Tech-Investor Bitstone Capital sowie einigen Business Angels aus der Immobilienwirtschaft, wie das Unternehmen heute mitteilte.

Das vor drei Jahren gegründete Start-up hat sich zum Ziel gesetzt, zur ersten Anlaufstelle bei der Suche nach Büroflächen zu werden. Für Freiberufler und kleine Unternehmen vermittelt Sharednc neben Schreibtischen auch Konferenzräume, Ladenlokale oder Coworking-Plätze zur Untermiete. Co-Gründer und Geschäftsführer Philipp Hartje will mit dem frischen Kapital das Wachstum ankurbeln: „Das Thema flexible Arbeitsplatzlösungen gewinnt zunehmend an Fahrt. Das wollen wir ausnutzen und unser Geschäftsmodell durch diese Finanzierungsrunde nun weiter skalieren“, lässt er sich in einer Pressemitteilung zitieren.

Shop.co-Gründer steigt nach Exit ein

Für ihre Expansionspläne holen sich Hartje und sein Co-Gründer Christian Mauer nun Unterstützung: Jay Habib (im Foto) zieht in Geschäftsführung ein und kümmert sich dort um Investor Relations sowie die strategische Expansion. Der 34-Jährige war zuvor Geschäftsführer des Shopping-Start-ups Shop.co, das er erst im Mai an den schwedischen Bezahldienst Klarna verkauft hat.

Auch Sharednc hat gerade erst einen Zukauf hinter sich. Im Januar ging der Berliner Rivale Optionspace an die Kölner über, die im vergangenen Jahr bereits einen Millionenbetrag eingesammelt hatten. Investoren rechnen dem jungen Bürovermittler für die Zukunft große Chancen aus: So sei etwa der Managing Partner von Bitstone Capital, Kai Panitzki, vom Team, der Marktposition und dem zukünftigen Potenzial überzeugt.

Viel Bewegung auf dem Proptech-Markt

Beinahe jeden Monat werden derzeit große Finanzierungsrunden bei Start-ups aus der Immobilienbranche bekannt. Die sogenannten Proptechs ziehen viel Aufmerksamkeit von Investoren auf sich, wie das deutsch-schweizerische Immobilien-Start-up Allthings im Juli bewiesen hat. Umgerechnet knapp zwölf Millionen Euro konnte das Unternehmen einwerben. Das Berliner Proptech Realxdata hat im Juni immerhin zwei Millionen Euro erhalten, für den Ausbau seiner Plattform für Marktanalysen. Und im Mai konnte sich der Münchner Immobilienverwalter Casavi ebenfalls eine siebenstellige Summe sichern – unter anderem von Bayern Kapital und dem High-Tech Gründerfonds.