Neu ist auch das Projekt Einhorn von Waldemar Zeiler und Philip Siefer. Die beiden Gründer wollen ein „nachhaltiges Kondom“ auf den Markt bringen. Vor zwei Wochen startete ihre Crowdfunding Kampagne, bereits nach wenigen Tagen war die Finanzierungsschwelle von 50.000 Euro erreicht – und das „für ein Produkt, das noch gar nicht existiert“, wie Zeiler erklärt.

Ihr poppig inszeniertes Crowdfunding-Video ist ebenso wie der Name ausschlaggebend für die Überzeugungskraft der beiden jungen Unternehmer: Sex ist nichts, wofür man sich schämen sollte, Kondomkauf schon gar nicht, und wenn möglich, dann geht das Ganze auch nachhaltig. „Kondomkauf im Supermarkt ist absolut unsexy, eigentlich sind Kondome ein Lifestyle-Produkt, davon merkt man bisher gar nichts“, erklärt Zeiler.

Ihre Zielgruppe sind junge Erwachsene, die – nach Aussage der Gründer – am meisten Sex hätten und für die auch Nachhaltigkeit wichtig ist. Deshalb wird der Kautschuk für die Kondome ohne Pestizide angebaut und die Produzenten werden für den aufwendigen Herstellungsprozess „fair entlohnt“ . Die Hälfte der Einnahmen soll in Aufklärungsprojekte fließen. Denn sie folgen auch ihrem „Entrepreneur’s Pledge“, einer Aktion, bei der sich Gründer dazu verpflichten, ein soziales Unternehmen zu gründen, das 50 Prozent des Gewinns an soziale Projekte spendet.

„Social impact investing“ nennt sich so etwas – auch Lea-Sophie Cramer ist Unterstützerin. Nicht nur durch Einhorn repräsentieren Siefer und Zeiler damit eine die Generation von Gründen, „die nicht mehr nur skalieren möchte“. Für die Einhörner geht es in den nächsten Wochen nach Malaysia, wo sie gemeinsam mit Wissenschaftlern von der Universität Hohenheim eine Studie zur nachhaltigen Latexproduktion initiieren werden.