“Senioren-Produkte bekannter zu machen und den Markt zu erschließen, ist nicht so einfach”, sagt Stege, “ die übliche Werbung im Netz scheidet aus, den da erreichen wir nur die Kunden, die schon Computer oder Tablet haben. Da muss man traditionellere Wege gehen.” Der nächste Schritt soll darum eine große Marketing-Kampagne im Herbst dieses Jahres sein, in die bis zu zwei Millionen Euro investiert werden.

Matthias Stege und seine Kollegen dringen mit „asina“ in einen Markt vor, der viel Potential bietet – 2025, so haben Demografen berechnet, werden mehr als ein Drittel der Deutschen Senioren sein. Und die bringen eine enorme Kaufkraft mit. Laut dem Institut für Wirtschaft verfügt jeder Ruheständler im Durchschnitt über ein Nettovermögen von 67.000 Euro. Die “Golden Oldies” haben Geld – und sie sind bereit es auszugeben. Das tun sie auch gerne für ihre Gesundheit, für Produkte wie die App Neuronation. Das in Berlin entwickelte Trainingsprogramm ist eine Art Fitness-Studio für den Kopf und soll das Gedächtnis trainieren. 2014 erschien die App erstmals für Android, iPad und iPhone und ist heute bereits in acht Sprachen erhältlich.

In Deutschland nutzen sie bereits mehr als zwei Millionen Kunden, darunter auch die Bewohner von 25 Altenheimen. Für sie haben die Entwickler die App noch einmal umgearbeitet und deren Bedürfnissen angepasst. Für die Senioren kommen andere Farben zum Einsatz , die Schriftart ist größer und die Kontraste sind stärker. “Es gibt Studien, die belegen, dass Kommunikation und Interaktion solcher Art für ältere Leute sehr wichtig ist, die Lebensqualität verbessert und sogar die Lebenserwartung erhöhen kann”, sagt Jakob Futorjanski, Mitgründer des Start-ups.

Die Lebensqualität der älteren Generation zu verbessern ist auch das Ziel von Exelonix. “Das Tablet ist nur ein erster Schritt in einer Reihe von Produkten, die ältere Menschen im Alltag unterstützen sollen”, sagt Matthias Stege. Mittlerweile gibt es neben Exelonix noch weitere Startups, die an ähnlichen Produkten arbeiten. Matthias Stege stört das nicht: “Der Markt ist groß genug, da können mehrere Anbieter problemlos nebeneinander bestehen.”