Das Start-up Selo hat ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk erfunden, doch die Konkurrenz schläft nicht. Kann sich Selo als Cola-Alternative etablieren?

Von Tobias Bayer

Gestern Dünger, morgen Trend? So könnte es der Kaffeekirsche ergehen. Wurde das Nebenprodukt der Kaffeebohne lange nur als natürliches Düngemittel eingesetzt, gibt es seit zwei Jahren ein koffeinhaltiges Erfrischungsgetränk des Berliner Start-ups Selo.

Die erste Idee dafür hatte die Gründerin und Betriebswirtin Laura Zumbaum im Jahr 2014. Zu der Zeit arbeitete sie bei Mymuesli und war für deren Tee- und Kaffee-Marken zuständig. Dadurch hatte Zumbaum viel Kontakt mit Kaffeefarmern und kam mit der Kaffeekirsche in Berührung.

Als Nebenprodukt macht diese etwa ein Drittel des Ertrages bei der Kaffeeernte aus. Auch wegen ihres hohen Nährwertgehalts wird aus der Kaffeekirsche in Äthiopien und im Jemen traditionell ein Tee aufgebrüht. Zumbaum überlegte, aus der Tradition ein Geschäft zu machen.

Kaffeekirsche aus Costa Rica und Panama

Jedoch wird ihr schnell klar: Für den Tee fehlt in Deutschland und Europa der Markt. Vom Potential der Kaffeekirsche weiterhin überzeugt, kommt ihr die Idee eines Erfrischungsgetränks. Zumbaum verlässt Mymuesli, nimmt ein privates Darlehen auf und gründet 2015 als alleinige Gesellschafterin die Selo Good Beverages GmbH. Heute hat das Start-up vier fest angestellte und zwei freie Mitarbeiter, die durch ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm Anteile halten.

Die Kaffeekirschen bezieht Selo, das bis Anfang Februar Selosoda hieß, von zwei Kaffeebauern aus Costa Rica und Panama. Auch wenn die Kaffeekirschen nur das Randprodukt sind, zahle Selo laut Zumbaum den Bauern immer mindestens den Preis, der auch für die Kaffeebohnen fällig wäre. Dadurch steigern die Kaffeefarmer ihren Umsatz um fast 50 Prozent.