Die Berliner wollen den Handel mit gebrauchten Baggern und Ladern vereinfachen. Jetzt greift der Mitbewerber Equippo zu – und baut das Geschäft an vielen Stellen aus.

Ein Baggerlader für 36.500 Euro oder eine Raupe für 93.500 Euro: Auf dem Portal des in der Schweiz ansässigen Start-ups Equippo reihen sich Angebote für Baumaschinen aneinander. Jetzt hat Equippo das deutsche Start-up Sellma übernommen. Die Summe für die Übernahme wurde nicht bekannt gegeben.

Die Berliner hatten sich insbesondere darauf fokussiert, den Verkauf von Baumaschinen zu vereinfachen. Dafür konnten Besitzer mit wenigen Angaben und Fotos ein Profil ihrer gebrauchten Maschine erstellen, dann stand ihr Angebot registrierten Händlern zur Verfügung. Gemeinsam wollen beide Mitbewerber nun weltweit punkten – viele der gebrauchten Maschinen gehen nach Osteuropa oder Afrika. „Es gibt eine perfekte strategische Übereinstimmung, aber auch eine hervorragende geografische Ergänzung“, freut sich Equippo-Gründer Michael Rohmeder über den Deal.

Vor der Übernahme hatte sich Equippo frisches Kapital besorgt – ebenfalls in unbekannter Höhe. Das stammt von den bestehenden Investoren, darunter der Risikokapitalgeber btov Partners. Weiteres Geld stammt von dem Schweizer Investorennetzwerk Venture Incubator – hinter dem Konzerne wie Hilti, Credit Suisse oder McKinsesy stehen.

Live-Auktionen in Hafennähe

Das Schweizer Portal baut parallel zur Übernahme das Geschäft noch weiter aus: In der niederländischen Hafenstadt Zeebrugge entsteht ein Gelände, auf dem Online- und Live-Auktionen von gebrauchten Maschinen stattfinden können. Findet sich ein Käufer, können die schweren Gerätschaften zügig zum Zielort verschifft werden. So eine Möglichkeit hätten sich Unternehmen auf der Plattform ausdrücklich gewünscht, sagt Rohmeder.

Die Investition zeigt: Das Geschäft mit gebrauchten Maschinen boomt – auch Start-ups wie Gindumac oder Maschinensucher arbeiten an einem lukrativeren Gebrauchtmaschinenmarkt. Die verschiedenen digitalen Plattformen ringen um Alleinstellungsmerkmale. Beispiele dafür sind etwa kostenlose Gutachten zu den Geräten, erweiterte Gewährleistungen für Käufer oder auch die Übernahme der teuren Logistikkosten.