Wer neue Technologien sucht, schaut nach China oder in die USA. An Indien denken nur wenige, dabei ist das Innovations-Ökosystem vielversprechend.

Von Viktor Mülleneisen und Jule Zentek 

Wirtschaftsexperten sind sich schon seit Jahren einig: Das zweitgrößte Schwellenland der Welt ist auf dem Vormarsch. Indien gilt neben China und Russland als eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften. 7,6 Prozent BIP-Wachstum verzeichnete das Land 1,2 Milliarden Einwohner-Land 2016 und wächst damit schneller als China.

Regierungschef Narendra Modi fährt eine wirtschaftsliberale Politik: Er will die Wirtschaft weiterhin stärken und ein Wachstum der Volkswirtschaft von über acht Prozent erreichen.

Die Zahl der Wettbewerber ist überschaubar

Noch scheuen viele Gründer und ausländische Investoren allerdings den Markt, denn die anhaltende Korruption, widersprüchliche Regularien, mangelnde Rechtsicherheit und Willkür behindern Unternehmen: So geben manche Behörden Zwangslizenzen für patentgeschützte Medikamente frei oder erkennen längst vergebene Lizenzen einfach wieder ab. Das Vertrauen in Rechtsstaatlichkeit fehlt und somit auch Kontrolle und Sicherheit.

Doch die Start-up Szene zeigt: Wer es wagt, kann sehr erfolgreich sein, denn der indische Markt ist vielversprechend, die Zahl der Wettbewerber dabei noch verhältnismäßig gering. Auch die Gesellschaft ist fortgeschritten: Die Digitalisierung erreicht immer mehr Teile des Landes und das lockt Anbieter des E-Commerce.