Das Frankfurter Fintech-Start-up investiert in künstliche Intelligenz. Nach eigenen Angaben liegt die Unternehmensbewertung nun bei 20 Millionen Euro.

Sparen zum Automatismus machen: Das hat sich das Frankfurter Start-up Savedroid auf die Fahnen geschrieben. Nutzer der gleichnamigen Smartphone-App können Regeln für Alltagssituationen definieren, nach denen automatisch Geld auf ein Sparkonto geschoben wird. Als Auslöser kann beispielsweise ein abgeschlossener Lauf mit Runtastic festgelegt werden, ein Einkauf bei einem Onlinehändler oder die häufige Nutzung einer bestimmten App. Mit der Idee hatten die Gründer Yassin Hankir, Marco Trautmann und Tobias Zander im vergangenen Sommer bereits eine Millionen Euro bei Investoren eingesammelt. Nun haben die Geldgeber frisches Kapital nachgeschossen.

Über die Höhe der Wachstumsfinanzierung schweigt das Start-up, gibt aber an, dass die eigene Unternehmensbewertung nun bei 20 Millionen Euro liege. Zu den Investoren zählen neben der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz mehrere Business Angels. Darunter sind der Infosys Deutschland-Gründer Debjit Chaudhuri und der Traxpay-Gründer Michael Rundshagen. „Das neue Kapital ermöglicht es uns, unser Nutzerwachstum weiter zu beschleunigen“, sagt Savedroid-CEO Hankir.

Vermittlung von Verträgen als Einnahmequelle

In den vergangenen fünf Monaten ist die kostenlose App laut Hankir mehr als 150.000 mal heruntergeladen worden. Angaben dazu, wie viele Nutzer tatsächlich auch das in Kooperation mit der Wirecard Bank angebotene Sparkonto eröffnet haben, macht das Start-up keine. Ausbauen wollen die Gründer nun vor allem Funktionen, die auf künstlicher Intelligenz basieren. Schon jetzt können Nutzer es der App überlassen, automatisch Geld beiseite zu legen. Dazu werden die Einnahmen und Ausgaben analysiert – der Algorithmus soll erkennen, wann auf dem Girokonto genügend finanzieller Spielraum vorhanden ist. Die Funktion lässt sich parallel zu den von Nutzern selbst gesetzten Regeln aktivieren.

Eine neue Funktion ist die Optimierung von regelmäßigen Ausgaben: Werden zu teure Stromverträge erkannt, schlägt Savedroid nun eine günstigere Alternative vor. Der Anbieterwechsel findet komplett in der App statt. Künftig soll das unter anderem auch bei Mobilfunkverträgen oder Mitgliedschaften im Fitnessstudio möglich sein. Ähnlich wie es Preisvergleichsportale machen, will das Unternehmen über dahinterliegende Affiliate-Programme Einnahmen generieren. „Wir betreiben aber keine Provisionsoptimierung, indem wir einzelne Anbieter bevorzugen würden“, sagt Hankir. Nutzer sollen vielmehr die für sie besten Optionen angezeigt bekommen.

Die Wachstumsfinanzierung will das Start-up auch nutzen, um die Zahl der Mitarbeiter aufzustocken. Derzeit gibt es bei Savedroid zwölf Vollzeitstellen – mehrere neue Positionen sind aktuell ausgeschrieben. Gegründet worden ist das Unternehmen im September 2015. Seit Mai des vergangenen Jahres ist es Teil des Fintech-Hubs der Deutschen Börse. Die Suche nach Investoren geht indes weiter. „Mit der nächsten Finanzierungsrunde streben wir eine Internationalisierung an“, kündigt Hankir an. Gegen Ende des Jahres soll es soweit sein.