Immer mehr Deutsche bestellen Blumen im Internet. Davon profitieren Start-ups wie Bloomy Days und Bloomon. Doch der Markt bietet nicht allen Platz.

Franziska von Hardenberg erinnert sich noch heute genau an den Moment als ihre Crowdfunding-Aktion durch die Decke ging: 100.000 Euro in nur eineinhalb Stunden. Damit hatte kein Mensch gerechnet – nicht einmal sie selbst.

Womit die Berliner Gründerin die Geldgeber im Mai 2012 überzeugen konnte, ist ein eigentlich simples Konzept:

Ihr Start-up Bloomy Days liefert Schnittblumen im Abonnement nach Hause und kann sich so regelmäßig einen neuen Strauß in die Vase stellen – die Abstände der Lieferung bestimmen die Kunden selbst.

„Als ich auf die Idee zu Bloomy Days kam, habe ich mir jeden Montag einen Strauß gekauft, um mir selbst eine Freude zu machen“, erzählt Franziska von Hardenberg. „Eines Tages fragte ich mich, warum es keinen Aboservice für frische Schnittblumen gibt. Es erschien mir seltsam, dass ein solches Unternehmen nicht existieren sollte, doch meine Recherche ergab, dass das tatsächlich nicht der Fall war.”

Ein Milliardenmarkt

Franziska von Hardenberg, die damals noch für Zalando arbeitet, sah ihre Chance gekommen: „Acht Milliarden Euro werden jährlich in Deutschland mit Blumen umgesetzt, aber davon nur sechs Prozent online – das Potential und die Wachstumschancen sind also riesig. Diese Zahlen stimmten mich von Anfang an optimistisch.“

Und tatsächlich: Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hat ergeben, dass in Zeiten, in denen immer mehr Waren im Internet bestellt werden, allein im Jahr 2015 elf Millionen Deutsche Blumen im Netz gekauft haben. Das ist jeder fünfte Internetnutzer. Damit hat sich der Anteil der Online-Blumenkäufer seit 2012 verdoppelt. Das Alter der Kunden spielt dabei kaum eine Rolle. Selbst von den Internetnutzern ab 65 Jahren erklären 19 Prozent, schon einmal Blumen oder Pflanzen im Netz gekauft zu haben.