Binnen eines Jahres streicht Nestpick die dritte Finanzierungsrunde ein. Das Immobilien-Start-up erhält eine siebenstellige Summe und will nun den Kundenservice ausbauen.

Erst im November hatte Nestpick elf Millionen US-Dollar eingesammelt. Jetzt, knapp einen Monat später, vermeldet das Start-up bereits seine nächste Finanzierungsrunde: Das Immobilienportal erhält eine siebenstellige Summe von Target Global und B-to-v Partners. Insgesamt ist es bereits die dritte Kapitalspritze binnen eines Jahres für das Unternehmen, in das auch Rocket Internet seit Dezember 2014 investiert ist. Warum sich der Berliner Inkubator an dieser Runde nicht beteiligt hat, ist nicht bekannt.

Das frische Geld soll vor allem in den Kundenservice fließen. Das Start-up vermittelt Wohnungen ohne Besichtigung. Als das ursprünglich in den Niederlanden gestartete Unternehmen nach Deutschland kam, wollte es sich zunächst vor allem an ausländische Studenten richten, die hierzulande eine Wohnung suchen. Inzwischen hat sich Nestpick von dieser Idee verabschiedet und konzentriert sich auf den allgemeinen Mietmarkt. Die Plattform arbeitet unter anderem mit Immobilienkonzernen wie LRC Management und kleineren Anbietern wie The Student Hotel und Niya zusammen.

Maklergesetz verhindert Provisionen in Deutschland

Nestpick finanziert sich über Provisionen. Wenn ein Mieter über das Portal einen Vertrag abschließt, muss er 25 Prozent des Mietpreises an das Start-up überweisen. In Deutschland entfällt diese Gebühr allerdings, Nestpick verweist in seinen allgemeinen Fragen  dabei auf das Maklergesetz. Das im Juli in Kraft getretene Gesetz besagt, dass derjenige für die Vermittlung zahlen muss, der sie bestellt. Im Normalfall ist das der Vermieter.

Der Rocket-Schützling wurde 2014 gegründet. Das Start-up ist mittlerweise in 35 Ländern vertreten und bietet nach eigenen Angaben insgesamt 21.000 Immobilien an. Nestpick geriet anfangs in die Schlagzeilen, weil das Portal Bilder retuschiert haben soll – obwohl es eigentlich versprochen hatte, jedes Wohnungsangebot selbst zu überprüfen und professionelle Fotos zu machen. Im Juni berichtete die „Gründerszene“ zudem von Stellenstreichungen.