Rocket Internet soll wachsen. Das kündigte Oliver Samwer auf der Hauptversammlung an. Das erwartete Donnerwetter der Aktionärs blieb aus.

Es hätte kritisch werden können für Rocket-Chef Oliver Samwer, doch auf der Hauptversammlung in Berlin blieb das Donnerwetter der Anteilseigner aus – und das trotz des massiven Aktienkurs-Einbruchs.

Die im schwach regulierten Entry Standard notierte Rocket Internet Aktie ist mit knapp 19 Euro derzeit weniger als halb so viel wert als zum Börsengang 2014, bei dem die Titel zu 42,50 Euro ausgegeben wurden.

Oliver Samwer zeigte sich dennoch zuversichtlich und verkündete, dass die Berliner Start-up-Schmiede in Zukunft weiter expandieren wolle: “Wir werden im Durchschnitt in den nächsten Jahren um 25 bis 40 Prozent wachsen.”

Gewinnschwelle erreichen

Ziel sei es, dass im vierten Quartal 2017 mindestens drei Beteiligungen die Gewinnschwelle knackten. Dafür brauche man allerdings ein wenig Geduld: Die übernächste Hauptversammlung werde zeigen, dass es funktioniere und die Gewinnschwelle bei einigen Beteiligungen erreicht worden sei. Dazu sollen vor allem geringere Marketingausgaben und Einsparungen bei Personal und Verwaltung der Startups beitragen.

Bisher schreiben alle Startups Verluste. Zu Jahresbeginn war der Fehlbetrag vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) bei den größten Beteiligungen um 23 Prozent auf 140 Millionen Euro gesunken. Im ersten Quartal hatten die größten Beteiligungen, zu denen der Kochbox-Anbieter HelloFresh und die Online-Möbelhändler Home24 und Westwing gehören, um 34 Prozent zugelegt.