Rocket Internet betreibt Kurspflege. Die Firmenschmiede kauft Anleihen zurück – zumindest kurzfristig hilft das der Aktie auf die Sprünge.

Oliver Samwer misst sich gern mit den ganz Großen. Und tatsächlich gibt es einige Parallelen, derzeit beispielsweise zur Deutschen Bank. Das wichtigste deutsche Geldhaus und die erfolgreichste Start-up-Schmiede stehen stark unter Druck, die Aktienkurse sind seit Wochen auf Talfahrt. Und beide versuchen nun mit dem Rückkauf von Anleihen Vertrauen zurückzugewinnen.

Rocket Internet kündigte heute an, Wandelanleihen für bis zu 150 Millionen Euro zurückzukaufen.
Der Konzern nutzt dafür das Geld aus dem Verkauf mehrerer Essenslieferdienste. Anfang Februar hatte sich Rocket Internet angesichts des scharfen Wettbewerbs mit seinen Essenslieferdiensten aus mehreren Märkten zurückgezogen. Firmen in Spanien und Italien sowie die Foodpanda-Töchter in Brasilien und Mexiko wurden für 125 Millionen Euro an den britischen Mitbewerber JustEat verkauft.

Mit der Maßnahme will Rocket Internet die Zinskosten reduzieren. Zudem verringere sich das Verwässerungsrisiko der Aktionäre. An der Frankfurter Börse legte die Rocket-Internet-Aktie am Montag um mehr als zehn Prozent zu bis 13,7 Prozent auf 21,75 Euro in die Höhe. Sie ist damit aber immer noch weit entfernt vom Ausgabepreis von 42,50 Euro beim Börsengang.

Im Sommer 2015 hatte der Konzern durch die Ausgabe der 2022 fälligen Bonds 550 Millionen Euro eingesammelt. Die Rocket-Internet-Aktie müsste auf rund 47 Euro steigen, damit der Tausch in Aktien für die Anleihegläubiger attraktiv wäre.