Auch bei Startups, die selbst Roboter produzieren, ist Software zentral. Unter den 90 Mitarbeitern von Magazino gibt es rund 40 Software-Ingenieure; davon etwa jeder Sechste mit Doktortitel. Das Münchner Unternehmen stellt seit 2014 Roboter her, die durch Lager rollen und Regale ein- und ausräumen. Allerdings „kollaborieren” sie nur insofern, als dass sie mit allerlei Sensorik ausgestattet sind, um die verbleibenden Lagerarbeiter nicht über den Haufen zu fahren.

„Die Entwicklung ist extrem kapitalintensiv“, sagt Gründer Frederik Brantner: „Sobald man nur eine falsche Kennziffer beim Bestellen eines speziellen Elektromotors eingibt, sind ein paar Tausend Euro futsch“. Gelohnt hat sich der Einstieg dennoch, weil Automatisierung im Logistik-Sektor boomen würde: „Niemand kauft Roboter, nur weil die cool und fancy sind“, sagt Brantner. Was zähle, seien die Kosten für den „Pick“ eines Artikels – im Vergleich zu denen eines menschlichen Arbeiters. „Ist der Roboter ein paar Center günstiger, verkauft er sich wie frisch gebackene Semmeln.“

Ein wenig Hardware könnte auch Wandelbots in Zukunft verkaufen: eine mit Sensoren ausgestattet Jacke beispielsweise. Mit ihr könnten Roboter gesteuert – und Menschen für Maschinen identifizierbar werden. Dennoch: „Es ist die Software, die unheimlich gut skaliert”, sagt Püschel. „Das geht eigentlich nur über Cloudanwendungen“. Die Gestaltung der Lizenzen ist Verhandlungssache.

Bei Volkswagen in Dresden, wo Wandelbox an konkreten Industrieanwendungen tüftelt, sagt Marco Weiß, Leiter New Mobility und Innovation: „Es geht auch um die Frage, welche Exklusivrechte man sich da sichern kann, denn wir zahlen jetzt ein, damit wir einen gewissen Wettbewerbsvorteil haben.“ Er jedenfalls drängt auf den Durchbruch der Cobots: „Das Thema ist zwar seit zig Jahren in aller Munde aber wegen der großen Sicherheitsbedenken gibt es bislang kaum Anwendungen.” Start-ups können sich und ihre Roboter-Software also aktuell hervorragend in Position bringen.