Mehr als ein Drittel des deutschen Mittelstands kooperiert mit Start-ups. Vor allem die Informationsbranche zeigt Interesse an einer Zusammenarbeit.

Start-ups und der Mittelstand – wer bisher dachte, dass es sich hierbei um zwei unterschiedliche Welten mit keinerlei Berührungspunkten handele, wird jetzt eines besseren belehrt. Einer Studie des RKW-Kompetenzzentrums zufolge, für die im vergangenen Herbst 200 kleine und mittlere Unternehmen (KMU) aus den Branchen Maschinen- und Fahrzeugbau, Information und Kommunikation sowie Chemie und Pharma telefonisch befragt wurden, ist die Zusammenarbeit enger als bisher vermutet.

Rund 60 Prozent der befragten KMU gaben an, Start-ups aus ihrem geschäftlichen Umfeld zu kennen. Mehr als ein Drittel von ihnen hat sogar schon mit Start-ups zusammengearbeitet, um bestehenden Produkte weiterzuentwickeln und einen Einstieg in neue Märkte mit neuen Technologien zu erhalten.

Großes Interesse bei kleinen Unternehmen

Mit Erfolg: In mehr als 60 Prozent der Fälle wurden die Ziele ohne nennenswerte Abweichungen erreicht. 95 Prozent der KMU mit Kooperationserfahrung würden dementsprechend gerne in Zukunft erneut mit einem Start-up zusammenarbeiten. Bei kleineren KMU mit bis zu 50 Mitarbeitern ist die Bereitschaft für eine erneute Kooperation sogar stärker ausgeprägt als bei größeren Mittelständlern.

Besonders intensiv kooperiert laut RKW-Studie die Informations- und Kommunikationsbranche (IKT) mit Start-ups – hier hat sogar jedes zweite Unternehmen bereits mit einem Start-up gearbeitet. Im Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Chemie- und Pharmabranche sind bereits knapp ein Drittel der KMU mit Start-ups verknüpft. Dabei ist eine im Vorfeld bestehende persönliche Beziehung zum Start-up-Gründer für mehr als die Hälfte der KMU eine wesentliche Grundbedingung für eine Zusammenarbeit.

Eine finanzielle Beteiligung an Start-ups dagegen schließt ein Großteil der KMU aus: Lediglich 14 Prozent sehen junge Unternehmen als eine Option für ein Investment an.