Das digitale “Therapeuten-Start-up” Humly erhält in einer ersten Finanzierungsrunde 250 000 Euro. Damit soll Selbsthilfe bei Burnout und Depressionen angeboten werden.

Es ist nicht das erste Start-up für Philipp Joas: Bereits 2014 gründete er erfolgreich eWings.com. Das noch junge Unternehmen hilft Vielfliegern, die mit einer Softwarelösung innerhalb von wenigen Sekunden Flüge buchen können – und dabei noch Geld sparen können. „Während dieser Zeit habe ich mich aus Gründersicht aber auch aus persönlichem Interesse immer intensiver mit Themen wie Mitarbeitermotivation, Personal Coaching und Versagensängsten beschäftigt“, sagt Philipp Joas über sein neues Start-up. Er gründete das Unternehmen gemeinsam mit Gesa Schramme, Jonathan Holloway und
Arne Wolters. Humly hat seinen Schwerpunkt nun in der Gesundheitsbranche – und dabei einen Markt von knapp 20 Millionen Menschen, die pro Jahr an einer psychischen Erkrankung leiden.

Das Problem: Aufgrund gesellschaftlicher Inaktzeptanz und mangelnder Behandlungskapazitäten erhalten nur zehn Prozent aller Erkrankten überhaupt die für sie passende und wirksame psychologische Behandlung. „Für mich war schnell klar: Mit den heutigen technologischen Möglichkeiten und den neuesten Erkenntnissen der Forschung kann man ein Produkt schaffen, das die existierenden Probleme effizient, skalierbar und kostengünstig lösen kann“, sagt der 29 Jahre alte Joas. Die nun gegründete App soll dabei helfen – und das hat auch die Rheingau Founders überzeugt: Sie investierten in das erst im Mai 2016 gegründete Start-up 250 000 Euro.

Die anonyme und digitale Selbsthilfe finanziert sich bislang über eine monatliche Nutzungsgebühr von 49 Euro für einen begleiteten Kurs, und neun Euro pro Monat bei einem unbegleiteten Kurs. Beide Programme haben keine Vertragslaufzeit und sind monatlich kündbar.