Ideen verändern die Welt, behauptet Martin Gaedt in seinem neuen Buch – und zeigt, warum Menschen oft zu eingefahren denken.

„Mit Ideen fängt alles an.“ Mit diesem Satz beginnt Martin Gaedt sein Buch „Rock your Idea. Mit Ideen die Welt verändern“. Der Unternehmer hat bereits zahlreiche Start-ups gegründet und seine Ideen – auch gegen Widerstände – einfach umgesetzt.

Und sein Buch macht dem Leser tatsächlich Lust, eigene Ideen zu entwickeln. Es regt dazu an, festgefahrene Wege zu verlassen – und selbst zu denken, eine Idee also „zu rocken“.

Gaedt ruft dazu auf, gerade Widerspruch und Kritik zu nutzen, um weiterzudenken – und warnt davor, Ideen aufzugeben, weil jemand sie ablehnt oder meint, sie sei sowieso nicht umsetzbar. Nur aus Visionen und der nötigen Portion Risiko ließen sich neue Produkte entwickeln. So nennt er beispielsweise Elon Musk, der vor Tesla schon vier Unternehmen gründete und jedes Mal gewinnbringend verkaufte. Er entwickelte als Erster selbstfahrende Autos und gilt heute als Pionier.

Das Buch geht dabei über eine klassische Motivationshilfe hinaus, sondern zeigt, teilweise bis ins Detail, wie Ideen weiterentwickelt, umgesetzt und schließlich bis zur Marktreife gebracht werden können.

Dazu gehört es etwa, Regeln zu brechen: Gaedt nennt das Beispiel eines Papierfliegers. In seinen Vorträgen und Seminaren fordert er regelmäßig die Zuschauer dazu auf, einen Papierflieger zu basteln. Die Herausforderung: Er muss in zwei Minuten fertig sein und einen bestimmten Punkt an der Wand treffen. Wie er aussehen soll, lässt Gaedt offen.

Papierflieger-Test: Einfach zerknüllen statt sorgfältig falten

Vereinzelt gebe es Protest, weil nur so wenig Zeit sei. Die meisten basteln die Papierflieger so, wie sie es in der Schule gelernt haben. Die Folge: Fast jeder Papierflieger verfehlt das Ziel. Kaum einer kommt auf die Idee, das Papier einfach zu zerknüllen und damit beinahe mühelos den Punkt an der Wand zu treffen.

Warum? Weil das Modell eines akkurat gefalteten Fliegers in unseren Köpfen verankert ist. So sehr, dass wir gar nicht auf die Idee kommen, dass die Aufgabe viel aussichtsreicher wäre, würden wir von den starren Vorgaben abweichen.

Es ist ein Buch, dem man die Leidenschaftlichkeit seines Schreibers anmerkt. Er verzichtet auf komplizierte Satzkonstruktionen, so dass es leicht verständlich, teilweise sogar humorvoll ist. Und er erzählt beispielhaft aus seinen Erfahrungen – das verleiht dem Titel seinen besonderen Charme.

Deshalb eignet sich das Buch besonders für zukünftige Unternehmer, die mit ihren Ideen noch etwas bewegen wollen, aber nicht wissen, wie das gelingen kann. Aber es ist auch ein Lehrstück für gestandene Unternehmer, die sich in ihren Strukturen festgefahren haben – und für das Überleben der Firma neue Ideen brauchen.