Ein Klick in der App, schon ist der Ton aufgenommen. Der Clou dahinter sei die Soundtrap Community: Ähnlich wie Pinto ist die schwedische Musikerin der Meinung, Musik funktioniere am besten im Team. Wenn man seine Aufnahme also für andere Musiker öffnet, kann jeder anfragen, ob er beispielsweise den Bass oder das Schlagzeug drauflegen darf. So könne Musik wie von einer Band gemacht werden, ohne, dass sich die Mitglieder je persönlich sehen.

Im April 2012 gegründet, hat Soundtrap laut eigenen Informationen aktuell 500.000 Nutzer. Die Seed-Investitionen liegen bei rund 2,5 Millionen US-Dollar. Die dritte Gründung aus dem Bereich Musiktechnologie, die bei der Republica vorgestellt wurde, ist Soundbrenner – das Start-up für das leise Metronom. Wie Wirtschaftswoche Gründer bereits Ende 2015 berichtet hat, handelt es sich hierbei um ein Gerät, das den Musikern bei der Synchronisation des Taktes hilft. Bei einem klassischen Metronom funktioniert das über ein Klickgeräusch, bei Soundbrenner über ein vibrierendes Armband.

Julian Vogels, mit blauen Haaren und in Pulli ist Gründer und CTO. Er kennt sich in der „Musictech“-Branche aus, im Studium hat er sich schon mit dem Design von digitalen Musikinstrumenten beschäftigt. Auf der Republica nennt er den Musikmarkt konservativ und betont, wie viele Einflüsse und Hindernisse es gebe, in diese Branche Innovation reinzubringen. Er und sein Team dürften das im Kleinen geschafft haben: Erst im vergangenen Jahr an den Start gegangen, hat Soundbrenner momentan mehr als 20.000 Nutzer.

In der Diskussion im Anschluss sprechen die Unternehmer über Hierarchien in der Musikindustrie, die sie zu durchbrechen versuchen. „Musik machen wird niemals einfach sein, aber zumindest einfacher als noch Jahre zuvor“, sagt Daniel Büttner, Gründer von Lofelt. Durch die typische Arbeit eines Musikers in einem Studio oder am Laptop gebe es zu viel Raum zwischen dem Künstler und seiner Musik. Dieser Raum müsse kleiner werden. Büttner hat dafür das sogenannte Basslet entwickelt, ein Armband mit Bass-Effekt. Das soll das Empfinden beim Musikhören und -machen verstärken. „Es ist eine Energie, die man sonst nur bei einem Live Konzert spürt“, wirbt Büttner. Energie versprühen kann Büttner in jedem Fall. In Berlin gegründet (2014) und ansässig, war sein Auftritt auf der Stage L schließlich ein kleines Heimspiel.