3-D-Prothesen, Games für die Demenzforschung und Achtsamkeits-Apps. Die Digitalisierung bringt neue Chancen für den Gesundheitsbereich.

Bedroht das Netz unsere geistige Gesundheit? Wie können wir uns von dem Stress, den die digitale Welt mit sich bringt, befreien? Und welche neuen Chancen und Möglichkeiten bietet die Technik im Gesundheitsbereich? Diese und weitere Fragen wurden am Mittwoch auf der Internetkonferenz re:publica diskutiert, wo unter dem Titel re:health mehr als 50 Stunden Programm zum Thema Gesundheit geboten wurden.

Neue Erkenntnisse für die Alzheimer-Forschung erhoffen sich Wissenschaftler von dem mobilen Game „Sea Hero Quest“. Das auf iOS- und Android-Geräten kostenlose Spiel richtet sich an Jedermann und soll der Wissenschaft wichtige anonymisierte Daten liefern. „Dieses Projekt bietet erstmals die Chance, zu untersuchen, wie sich Tausende von Menschen aus verschiedenen Ländern und Kulturen räumlich orientieren. Es hilft, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie wir unser Gehirn beim Navigieren nutzen“, erklärte Hugo Spiers vom University College in London. Die Daten lieferten Erkenntnisse für die Diagnostik und die Arzneimitteltherapie. Die Initiative wird von der Deutschen Telekom unterstützt.

Demnach liegen den Wissenschaftlern zwar Daten von Erkrankten, aber kaum Vergleichswerte von gesunden Menschen vor. Durch „Sea Hero Quest“ könnten 100 000 Spieler in zwei Minuten Daten generieren, die sonst 57 Jahre klinischer Forschung beansprucht hätten. Laut dem Welt-Alzheimer-Bericht 2015 leben weltweit knapp 47 Millionen Menschen mit Demenz.