Sommer, Sonne, Sonnenschein: Diverse Reisevermittlungsportale locken mit Schnäppchenpreisen. Doch was steckt dahinter?

Von Hanna Decker

Die Preise sind verlockend: eine Woche Lanzarote für 309 Euro pro Person, zwei Wochen Vietnam für 639 Euro oder eine Woche Bulgarien für 199 Euro – und das in der Hochsaison, inklusive Unterkunft und Flügen. Solche Angebote findet man auf vielen verschiedenen Seiten im Netz, von Urlaubspiraten bis hin zu Travelzoo. Dabei sind nicht nur Pauschalreisen in den Süden, sondern auch Städte-, Kreuzfahrt- oder Last-Minute-Reisen. Doch was steckt dahinter?

Die Betreiber dieser Reisevermittlungsportale verkaufen selbst keine Reisen, sondern durchforsten das Internet manuell nach attraktiven Angeboten. Dabei filtern sie jeden Tag Seiten wie Holidaycheck, Expedia oder weg.de und platzieren vermeintliche Schnäppchen auf ihrem eigenen Blog. Gelangen die Kunden vom Blog auf die Seite des Anbieters und buchen dort, so erhalten die Betreiber der Reisevermittlungsportale eine Provision. „Affiliate Marketing“ heißt dieses Konzept auf Neudeutsch.

Daniel Krahn, Gründer des Vermittlungsportals Urlaubsguru, sieht seine Seite als eine Art „Inspirateur“ oder „Vorfilter“: „Ein Leser braucht im Durchschnitt 12 Stunden, um die perfekte Reise für sich zu finden. Da spart er bei uns nicht nur Geld, sondern auch eine Menge Zeit.“ Der Nachteil: Die vorgestellten Angebote sind immer stark limitiert und damit oft schnell vergriffen.

Vor vier Jahren gemeinsam mit seinem Schulfreund Daniel Marx gegründet, beschäftigt der 34 Jahre alte Krahn heute 135 Mitarbeiter an zwei Standorten. Seine Seite hat beispielsweise mit 60 Reiseanbietern Kooperationen abgeschlossen. Die Provisionen, die sein Unternehmen bei erfolgreicher Vermittlung erhält, liegen für reine Flugreisen bei 1,5 Prozent, bei Pauschalreisen im „niedrigen einstelligen Prozentbereich“. Das ist deutlich weniger, als normale Reisebüros erhalten – aber die Summe macht das Geschäft lukrativ. 30 Prozent der Besucher gelangen über Facebook auf die Webseite.