Der Marktplatz für Designermode übernimmt einen dänischen Konkurrenten. Damit ist das Start-up jetzt auch in den Heimatmärkten wichtiger Geldgeber vertreten.

Noch ist die Internetseite von The 2nd Edit unberührt – auf dänisch, schwedisch oder norwegisch können Nutzer hier nach gebrauchten Designer-Modeartikeln stöbern. Bald dürfte sich das Aussehen der Seite jedoch verändern: Das deutsche Digitalunternehmen Rebelle hat den skandinavischen Wettbewerber vollständig übernommen, wie das Start-up heute mitteilte. Alle Aktivitäten würden fortan unter der Marke Rebelle weitergeführt, heißt es weiter.

Äußerst sparsam geht das in Hamburg ansässige Digitalunternehmen mit weiteren Details zum Deal um: Die Kaufsumme wird nicht veröffentlicht. Ebenso wenig Informationen gibt es zum weiteren Verbleib von The 2nd Edit-Gründer Christian Trost und den Mitarbeitern des dänischen Start-ups. Man befinde sich mitten in der Integrationsphase und könne entsprechende Fragen nicht beantworten, teilt eine Rebelle-Sprecherin auf Anfrage von WirtschaftsWoche Gründer mit. Man sehe die Fusion als große Chance für die Kunden, lässt sich The-2nd-Edit-Gründer Trost in einer Pressemitteilung zitieren.

Der Zukauf passt jedoch in die Strategie des 2013 gegründeten Start-ups. Schon seit einiger Zeit steht der Ausbau der internationalen Aktivitäten im Fokus. Nach eigenen Angaben stammen heute bereits etwa 60 Prozent der Transaktionen von Kunden, die nicht aus dem deutschen Heimatmarkt stammen. Das Unternehmen ist bereits in Großbritannien, den Niederlanden und Italien unterwegs. „Der skandinavische Second-Hand-Markt wächst momentan stark. The 2nd Edit eignet sich hervorragend, um unsere Position in dieser Region weiter auszubauen“, sagt Rebelle-Gründerin Cécile Wickmann.

Im vergangenen Oktober hatte Rebelle, das aktuelle 110 Mitarbeiter beschäftigt, die letzte Finanzierungsrunde bekannt gegeben. Angeführt worden war das Investment im hohen siebenstelligen Bereich von einer Beteiligungsgesellschaft des dänischen Modeunternehmers Niels Martinsen. Bereits 2015 war mit North-East Ventures ein dänischer Risikokapitalgeber eingestiegen. Zu früheren Geldgebern von Rebelle zählen daneben auch Hanse Ventures, die HCS Beteiligungsgesellschaft und der Frühphaseninvestor High-Tech Gründerfonds.