Intensivpatienten will das Medtech-Start-up schneller mobilisieren. Jetzt sammeln die Münchener eine siebenstellige Finanzierung samt neuem Investor ein.

Robotische Module, die bei der Bewegung helfen: Mithilfe dieser selbst entwickelten Gerätschaften will Reactive Robotics Intensivpatienten bei der Genesung helfen. Der Prototyp wurde gemeinsam mit Medizintechnik-Experten und Kliniken entwickelt. „Wir haben viele Kontakte zu Medizinern und Pflegeexperten aufgebaut und können unsere Systemlösung so anwendungsbezogen weiterentwickeln“, sagt Geschäftsführer und Gründer Alexander König. Das nächste Ziel ist daher klar: „Wir wollen möglichst bald die Validierung unseres Gerätes erreichen“, sagt König.

Dabei helfen soll die siebenstellige Finanzierungsrunde, die das 2015 gegründete Start-up jetzt verkünden kann. Angeführt wird das Investment von der Dr. Doll Holding, die sich neu an dem jungen Unternehmen beteiligt. Geld kommt ebenfalls von den vorherigen Investoren, darunter die Finanzierungsgesellschaft Bayern Kapital, der Elektronikdienstleister TQ-Group und der auf das Segment spezialisierten Schweizer Venture-Capital-Gesellschaft MTIP MedTech Innovation Partners.

Lukrativer Markt mit hohen Anlaufkosten

„Seit unserem Erstinvestment hat das Unternehmen die Prototypenentwicklung, das Qualitätsmanagement und die Zusammenarbeit mit Partnern und Zulieferunternehmen stark vorangetrieben“, sagt der Geschäftsführer von Bayern Kapital, Georg Ried. Der High-Tech-Gründerfonds, der sich in früheren Finanzierungsrunden beteiligt hatte, bleibt als Gesellschafter an Bord.

Aus der Medizintechnik meldeten sich zuletzt einige Start-ups mit Millionenfinanzierungen – etwa die Schnelldiagnostik-Spezialisten von SpinDiag oder das Jenaer Unternehmen Redwave Medical, die mit einem Algorithmus die Bluddruckmessung verbessern wollen. Die Gründer haben mit ihren Lösungen einen großen Markt im Visier – brauchen aber häufig hohe Investitionen in Entwicklung und vor allem Zulassung, um mit ihren Produkten Geld verdienen zu können.