Im Elevator Pitch der WirtschaftsWoche will Gründerin Nora Grazzini von Radbonus überzeugen: Sie sorgt dafür, dass sich Radfahren nicht nur für die Fitness lohnt – sondern auch fürs Konto.

Eine halbe Minute mit Investor Oliver Samwer im Fahrstuhl: Wie lautet euer Elevator Pitch?
Wir sind ein Bonusprogramm wie Miles & More, aber fürs Radfahren. Wer sich bei uns anmeldet, bekommt für gefahrene Kilometer zusätzliche Urlaubstage, Hotelübernachtungen oder Gutscheine. Dafür arbeiten wir mit Arbeitgebern, Städten, Krankenversicherern und Markenherstellern wie etwa The Body Shop zusammen.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen?
Ich habe mich lange gefragt: Wenn Radfahren so gut ist für die Gesellschaft, warum wird es nicht gefördert? Schließlich habe ich den Entschluss gefasst, daraus selbst ein Geschäft zu machen. Radfahren soll sich nicht nur der Fitness wegen lohnen.

Wann ist euch das letzte Mal das Geld ausgegangen – und wie habt ihr überlebt?
Nach unserem ersten Pilotprojekt war es eng, da hat uns aber Fördergeld der EU geholfen. Jetzt sammeln wir gerade Wachstumskapital.

Werdet ihr jemals Geld verdienen?
Nächstes Jahr schon sind wir profitabel. Unsere Partner zahlen gutes Geld dafür, dass sie sich über unser Programm präsentieren können.

Eure Kultur ist:
a) perfektionistisch wie bei Apple
b) nerdig wie bei Google
c) gnadenlos wie bei Uber
d) …vor allem kollaborativ und kreativ.

Wie sieht es mit Vielfalt in eurem Unternehmen aus?
Vom syrischen Flüchtling, Jordanier, Amerikaner bis hin zum kölschen Jungen ist alles dabei. Auf den für die Start-up-Szene sehr hohen Frauenanteil von über 50 Prozent sind wir stolz.

Was war euer größter Rückschlag?
Dass einem die Banken trotz starker persönlicher Bürgschaften beim Gründen nicht beistehen. Für uns war das eine frustrierende Erkenntnis.

Wo steht ihr in fünf Jahren?
Da sind wir auch in Großbritannien, Frankreich und Italien präsent und wachsen schneller.

Fakten zum Start-up

Zahl der Kunden: 72 zahlende Unternehmen, die in dem Programm etwas anbieten, und 14 000 Nutzer, die sich Prämien erradeln
Gründung: 2015
Mitarbeiter: 29
Finanzierung: EU-Fördergeld, Wagniskapital des Energiekonzerns E.On