Dank Software zum virtuellen Prototyp: Daran arbeitet das Karlsruher Start-up seit knapp zwei Jahren. Jetzt stützt der High-Tech Gründerfonds die Industriespezialisten.

Ein virtueller Zwilling für die Industrie: Das soll mit der Software des Karlsuher Start-ups R3DT möglich werden. Aus dreidimensionalen Konstruktionsmodellen erschafft das Unternehmen so Prototypen, die sie im virtuellen Raum mit den Händen bewegen und verschieben können. Jetzt stützt der halbstaatliche Frühphaseninvestor High-Tech Gründerfonds das junge Unternehmen mit einer Anschubfinanzierung. Die genaue Summe wird nicht bekannt, in der Regel aber initial sechsstellige Beträge in neue Beteiligungen.

Das Geld will R3DT nutzen, um das Team aufzustocken – aktuell sind inklusive Werksstudenten zehn Mitarbeiter für das Start-up tätig. Man wolle nun „das Tempo im Vertrieb erhöhen und unseren Vorsprung am Markt und in der Softwareentwicklung“ ausbauen, lässt sich Mitgründer Achim Schneider in einer Pressemitteilung zitieren.

Investitionen in Industrie 4.0

Kunden finden wollen die Karlsuher vor allem in der Industrie: Unternehmen, die Fertigungslinien neu planen, können mit der Software kostengünstig simulieren, welche Anordnung von Maschinen und Anlagen Sinn macht. Lange Zeit waren solche Simulationen für mittelständische Betriebe kaum zu stemmen. Durch kostengünstigere Datenbrillen lässt sich das nun auch in kleinerem Maßstab realisieren. „Der betriebliche Einsatz von Virtual Reality muss so einfach sein wie der Umgang mit dem Smartphone“, sagt Mitgründer Andreas Rüdenauer.

Auf Software und Plattformen für diese sogenannte Industrie 4.0 spezialisieren sich einige Start-ups – und wecken das Interesse der großen Konzerne. In diesem Sommer übernahm etwa der Technologiekonzern Körber die Anteile an der Industriedaten-Plattform Connyun – auch dieses Unternehmen ist in Karlsruhe ansässig. R3DT hat dort den Inkubator CyberLab durchlaufen. Die Grundlagen für die Technologie wurden an der forschungsstarken Hochschule KIT gelegt.